Entlang der zwei Kilometer langen Route fast kein Durchkommen, im Dorfkern eine veritable Druggete, ohrenbetäubende Guggen-Sounds und einlullende Piccolo-Klänge; und das alles unter stahlblauem Himmel – der traditionelle Fränkedörfer Umzug am Fasnachtsmontag stand unter einem guten Stern. Den meisten der 64 Formationen, vom dreiköpfigen Schyssdräggzigli bis zu übermächtigen Wagen und Guggen, kann dabei ein guter Auftritt attestiert werden.

Läckerli-Huus der Renner

Es gibt sie eben noch, die echten Fasnächtler, die das gesellschaftliche Leben im Wechselspiel von genüsslichem Lästern und bissiger Satire vielsagend in ein Sujet zu einzupacken vermögen. Zwar hat sich in Frenkendorf im letzten Jahr nicht viel Welt-bewegendes ereignet, der Fantasie der einheimischen Fasnächtler konnte das aber nichts antun. So haben sich gleich zwei Cliquen dem Basler Läckerli – Pardon – dem Fränkedörfer Läckerli angenommen.

Da wird ausnahmsweise die Blocher-Tochter für ihr Bauvorhaben nicht mit Spott überschüttet, im Gegenteil: «D’Halbmönd freut das unbestritte, chöme doch jetz ganz süessi Zyte», frohlocken d’Nasedröpfli und heissen mit feierlichen Piccolo-Klängen das neue Läckerli-Huus schon jetzt willkommen. Etwas brachialer die Werbung mit Wagen und Gugge bei den Güllepumpi: Aus einer überdimensionierten Läckerlidose verteilten die flott intrigierenden in schwarz-weissen Baselstab-Blusen gewandeten Waggis diese süssen Dinger, dazu Konfetti im Übermass – gemundet hats trotzdem.

Das Sujet fehlte

Den Schlappschwänz Fränkedorf hat zwar das Sujet gefehlt, also marschierten sie unter dem Motto «Alles im grünä Beriich» zackig musizierend in grüner Kluft durchs Dorf – gar keine schlechte Idee! Originell auch die Füllinsdörfer Elbisrugger: Da sassen die Binggis auf einem riesigen Geburtstagskuchen mit 35 Kerzen und feierten begleitet von schränzenden Jubelklängen das 35-jährige Bestehen ihrer Gugge. «Sy au mir am Abschiffe», fragten sich die Brüehlstolperi aus Bubendorf.

Auf ihrem Schiff mit Namen «Adrian» geht’s vor allem um die Finanzen, und da kommt unser Säckelmeister schlecht weg: «Dr Ballmer het öis unbestritte in dä Schyssdrägg ynegritte». Unzufrieden auch die Kampfpiloten auf dem Wagen der Ütiger Rueche. «Öise fliegende Bäsä, mir mache e Wett, isch no besser als dä Schwede-Jet». Viel zu lachen gabs mit den Schnappschüss. Diese reine Frauengruppe, gekleidet in edle Kostüme, hat den Castingwahn auf die Schippe genommen und mit bissigen Sprüchen nicht gespart. «Di Talänt isch Null, und Null isch no ufgrundet», wurde sogar Dieter Bohlen ins Spiel gebracht.