Das Umsiedlungsprojekt stand landesweit in den Schlagzeilen – nun wird es abgeschlossen: «10'000 Franken Zügelkosten für eine einzige Kröte», schrieb die NZZ vor einigen Jahren. Doch die Umzugsaktion war nötig: Denn mitten im Entwicklungsgebiet Salina Raurica hatte sich in der ehemaligen Zurlindengrube im Laufe der Jahre ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung entwickelt, das auch entsprechend unter Schutz gestellt wurde.

Um die Inwertsetzung von Salina Raurica nicht zu gefährden, mussten die Kreuzkröten weichen. 2007 genehmigte der Landrat einen Kredit von 2,5 Millionen Franken für die Schaffung des Ersatzstandorts Klingenthal in Muttenz unweit des Eingangs zum Adlertunnel. Zu jener Zeit lebten etwa 250 Kröten in der Zurlindengrube – daher die erwähnte Schlagzeile.

Laut Mitteilung der kantonalen Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion konnte das Projekt nun «erfolgreich» abgeschlossen werden. Der neu geschaffene Lebensraum für die Amphibien ist
22 Hektaren gross und umfasst 15 Laichgewässer. Der abtretende Pro-Natura-Geschäftsführer Urs Chrétien lobte das Biotop auf Anfrage der bz bereits 2014: Der neue Standort komme der Wanderlust der Kreuzkröte entgegen und sei mit weiteren Ausgleichsflächen im Süden vernetzt.

Der Ersatz ist also besser als das aus ökologischer Sicht isoliert gelegene Original in Salina Raurica. Dank einer «weitsichtigen Planung» und Synergien mit Grossbaustellen wurde der gesprochene Kredit längst nicht ausgeschöpft: Die Kosten liegen bei rund einer Million Franken – das sind 1,5 Millionen weniger als geplant. Die Schlagzeile «10'000 Franken pro Kröte» ist so also nicht mehr ganz korrekt.