"Wenn wir Bálint per Akklamation wählen, hat dies den Vorteil, dass die Basler mitwählen dürfen", kalauerte der Basler Grünen-Präsident Harald Friedl. Tatsächlich wurde der 21-jährige Ramlinsburger Bálint Csontos am Dienstagabend im verkürzten Verfahren und unter donnerndem Applaus aller Parteimitglieder zum neuen Baselbieter Kantonalpräsidenten bestimmt.

Gegenkandidaten waren an der ersten von Basel-Stadt und Baselland gemeinsam durchgeführten Parteiversammlung keine auszumachen, ebenso wenig irgendwelche Bedenken gegenüber Csontos' politischer Ausrichtung. Als einen Kandidaten, der fast alle der nicht zu erfüllenden Voraussetzungen erfüllt hat, beschrieb der Aescher Landrat und Findungskommissionschef Klaus Kirchmayr seinen neuen, jungen Parteipräsidenten.

Rot-grüne Mehrheit im 2019

Dieser trat die Nachfolge der langjährigen Kantonalpräsidentin Florence Brenzikofer mit einem kurzen, prägnanten Statement an. Angesichts der zahlreichen Umweltkatastrophen gäbe es nur zwei Lösungswege: weg vom Öl und alles so nahe wir möglich zu produzieren. "Wir sind die Grünen, wir haben einen Plan, lasst uns arbeiten." Die Partei freue sich auf die Wahlen 2019. "Freude soll unsere Waffe sein."

Seine Vorgängerin Brenzikofer unterstrich in ihrer Abschiedsrede die politischen Ambitionen: «Grüne Politik braucht es mehr denn je. Spätestens 2019 wollen wir in Baselland eine rot-grüne Mehrheit herbeiführen.»

Bereits in der Einleitung zur Mitgliederversammlung konnte Raffaela Hanauer eine weitere Personalie verkünden: Künftig wird der Liestaler Dominic Beeler als Baselbieter Vertreter zusammen mit ihr das Junge Grüne Bündnis jgb als Co-Präsident führen. Beeler ist zurzeit auch Co-Präsident des VCS beider Basel.

Stimmfreigabe bei den Staatsfinanzen

Nach der Wahl fassten die Baselbieter Mitglieder noch die Parolen zu den kantonalen Abstimmungsvorlagen vom 24. September. Umstritten war dabei nur der Gegenvorschlag des Landrats zur "Gesunde Staatsfinanzen-Initiative": Mit 23:9 Stimmen bei vier Enthaltungen entschied sich die Versammlung für die Stimmfreigabe. Dies, wie die soeben abgetretene Präsidentin Brenzikofer einräumte, aus politischen Gründen. Es könne nicht sein, dass die SP für sich reklamieren könne, als einzige politische Partei mit einer Nein-Parole "das soziale Gewissen des Baselbiets" zu repräsentieren. Inhaltlich stimmte Fraktionschef Kirchmayr dagegen mit fast allen Punkten mit dem Gegenvorschlag überein.

Eine einstimmige Nein-Parole gab es neben der Staatsfinanzen-Initiative auch für die ebenfalls bürgerliche Verfassungsinitiative "Für einen flexiblen Staatsapparat" sowie die Streichung der Staatsbeiträge für den Privatschulbesuch. Ebenso einstimmig sprachen sich die Grünen für die Ja-Empfehlung zum Bau des Margarethenstichs aus Stimmfreigabe bei den Staatsfinanzen
Nach der Wahl fassten die Baselbieter Mitglieder noch die Parolen zu den kantonalen Abstimmungsvorlagen vom 24. September.