Die Vorwürfe, die der ehemalige Röschenzer Gemeinderat Holger Wahl auf seinem Blog «Mattengumper» erhebt, sind heftig. Vergangene Woche präsentierte das Organisationskomitee (OK) des Röschenzer Dorffests vom vergangenen September seine vorläufige Rechnung. Das Ergebnis: Von 400 000 Franken Umsatz bleiben gerade einmal 10 000 Franken übrig, die an die Vereine verteilt werden, die das Dorffest mit dem OK auf die Beine gestellt haben. Das sei «bestenfalls ein Trinkgeld», resümiert Wahl. Er ist überzeugt: Eigentlich hätte ein Gewinn von 100 000 Franken drinliegen müssen.

Auch beim OK ist man mit dem Resultat nicht ganz zufrieden. «Die Vereine sind enttäuscht und wir sind es auch», sagt OK-Präsident Simon Imhof. Mit viel Publikum wollte man ausgleichen, dass die Ausgaben höher ausfielen als beim Dorffest 2002. Die Besucher kamen auch tatsächlich. «Nur hat sich das im Umsatz nicht so widergespiegelt wie erhofft.»

Trotzdem findet Imhof die Vorwürfe des Bloggers ungerechtfertigt. Dieser verfahre nach dem Prinzip: «Wenn ich nur genug Dreck schmeisse, bleibt schon etwas hängen.» Dahinter stecke ein rein politisches Motiv. «Wenn keine Gemeindewahlen anstehen würden, wäre das nie zu einem so grossen Thema aufgebauscht worden.»

Intrige gegen SVP-Frau?

Konkret schiesst Wahl vor allem gegen Gemeindepräsident Remo Oser (CVP), der von Anfang an im OK sass. Dort habe er aus parteipolitischer Motivation gegen die Wahl von SVP-Gemeinderätin Jacqueline Wunderer als OK-Präsidentin intrigiert, bis diese zurücktrat. Einige weitere OK-Mitglieder folgten ihr. Oser habe daraufhin «das gesamte OK aus Personen seines Umfelds zusammengestellt», sagt Wahl, der auch das Wort «Vetterliwirtschaft» verwendet.

«Diese Vorwürfe sind nicht nachvollziehbar», findet Oser. «Das OK war für alle offen.» Von Vetterliwirtschaft könne keine Rede sein. «Dieser Vorwurf ist zudem sinnlos. Es ist ja nicht so, dass sich die OK-Mitglieder hätten bereichern können. Die ganze Arbeit war ehrenamtlich.» Für Auskünfte, die die Arbeit des gesamten OK betreffen, verwies Oser auf den Präsidenten.

Dieser findet es schade, dass sein Team unter einer politischen Kampagne gegen ein einzelnes Mitglied leiden müsse. «Holger Wahl hätte ja auch auf uns zukommen und das mit uns besprechen können», meint er. Man habe stets transparent informiert, aber eine Kontaktaufnahme habe nie stattgefunden. Deshalb seien viele Vorwürfe an den Haaren herbeigezogen, etwa dass kein richtiges Budget vorhanden war und kein Controlling durchgeführt wurde. «Jeder Ressortchef hatte ein Budget, dessen Einhaltung genau kontrolliert wurde. Wir sind sogar unser Budget geblieben.»

Ehemalige bunkern Informationen

Die hohen Ausgaben, vermutet Wahl, hätten auch damit zu tun, dass genau jene OK-Mitglieder rausgeekelt wurden, die über gute Kontakte verfügten. Darum habe viel Arbeit kostenpflichtig vergeben werden müssen, die ansonsten Freiwillige erledigt hätten. Das bekam auch Imhof zu spüren. «Trotz mehrmaligem Nachfragen haben ehemalige OK-Mitglieder keine Informationen weitergegeben und damit bewusst oder unbewusst zur einer Verteuerung des Festes beigetragen.»

Immerhin, trotz aller Vorwürfe sind sich beide Parteien in einem einig: «Das Dorffest war grossartig.»