Es war eine Überraschung mit Ansage. Im Mitteilungsblatt vom März wies der Läufelfinger Gemeinderat noch etwas verklausuliert auf «anstehende Veränderungen» bei den Behörden hin, im April-Blatt lässt er nun die Katze aus dem Sack: Vier von sieben Gemeinderäten treten in nächster Zeit zurück.

Den Anfang macht Präsident Dieter Forter per Ende Jahr. Vize-Präsidentin Gabriela Meyer und Gemeinderat Gregor Wirz folgen ihm auf Ende der laufenden Amtsperiode Mitte 2020 in die behördliche Pensionierung. Und Gemeinderat Markus Hunziker tritt zwar nochmals zu den Neuwahlen an, will aber auf Abschluss der Sanierung der Mehrzweckhalle voraussichtlich Ende 2021 sein Amt ebenfalls niederlegen.

Forter sagt, dass sich dieser Massenexodus aufgrund der langen Amtszeiten der Rücktrittswilligen von 12 bis 16 Jahren schon seit längerem abgezeichnet habe, dass man ihn aber wegen des Verlusts von Fachwissen habe dosiert angehen wollen.

Mehraufwand für den Verwalter

Zu seiner eigenen Situation sagt der 62-Jährige: «Ich habe immer gesagt, ich will aufhören, solange es schön ist. Und das ist es jetzt, da die beiden Hauptbrocken, der Erhalt des Läufelfingerlis und das Neubauprojekt Kohler-Areal, unter Dach und Fach sind.» Forter kann bei seinem Rücktritt Ende Jahr auf fast 16 Jahre Gemeinderatstätigkeit, davon ein Dutzend Jahre als Präsident, zurückschauen.

Er hat sein Amtsende aber auch auf die Pensionierung des Gemeindeverwalters in Grössenordnung drei Jahren abgestimmt, damit die beiden für die Gemeinde einschneidenden Ereignisse nicht zu nahe zusammenfallen. Die Ersatzwahl für Forter wird im Herbst erfolgen. Ob es danach auch zu einer Präsidiumswahl kommt oder ob die Vizepräsidentin das Gremium bis zu ihrem eigenen Rücktritt ad interim führt, sei im Moment offen, sagt Forter.

Er ist zuversichtlich, dass die vielen Abgänge ersetzt werden können, denn Läufelfingen habe bis jetzt kaum je Mühe gehabt, neue Gemeinderäte zu finden. Vorsorglich hat der Gemeinderat auf den 23. Mai schon mal einen Informationsabend «Öffentliche Ämter in der Gemeinde» anberaumt. Dort wird nicht nur über die Aufgaben eines Gemeinderats, sondern auch über jene eines Schulrats oder einer Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission orientiert.

«Seit über zwei Jahren ein Thema»

Stellt sich die Frage, wieso die kleine Gemeinde Läufelfingen mit ihren rund 1300 Einwohnern überhaupt sieben Gemeinderäte braucht. Denn sie ist im Kanton die kleinste der noch 28 Gemeinden, die sich eine so hohe Bestückung leisten. Forter meint dazu: «Das ist im Gemeinderat seit über zwei Jahren ein Thema. Aber eine abschliessende Antwort muss das neue Gremium finden.» Bis jetzt sei der Tenor gewesen, dass man bei sieben Mitgliedern die Aufgaben besser abstützen könne.

Spüren wird die bevorstehende Rücktrittskaskade auch der langjährige Läufelfinger Gemeindeverwalter Thomas Faulstich. Er sagt: «Dank der Staffelung sind die Rücktritte erträglich. Aber es ist klar, das gibt für uns auf der Verwaltung und speziell für mich einen Mehraufwand.» Denn die Neuen müssten in die Abläufe integriert werden, wobei der eine mehr, der andere weniger Zeit brauche. Und Faulstich ergänzt: «Die grösste Anspannung bedeutet für mich die Frage, ob das neue Team auch wieder gut funktioniert.»