Der Umweg war umsonst: Die drei Richter verurteilten den 49-jährigen, in Birsfelden wohnhaften Mann aus den Niederlanden zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 24 Monaten wegen banden- und gewerbsmässigen Drogenhandels. Der Baselbieter Staatsanwalt Daniel Stehlin hatte dies genau so beantragt.

Der 49-Jährige hatte im Jahr 2015 einen «Deal» mit der Staatsanwaltschaft abgelehnt, das Strafmass hätte damals 20 Monate betragen. Im jetzigen Verfahren ging es einzig um die Streitfrage, welche Rolle der Mann bei der Indoor-Anlage gespielt hatte. «Der Tatbeitrag des Beschuldigten war wesentlich.

Ohne ihn wäre die Hanfplantage nicht betrieben worden, und der Hanf hätte nicht verkauft werden können», sagte Gerichtspräsidentin Irène Laeuchli am Freitag während der Urteilsbegründung. Auch sei er in der Hanfszene vernetzt gewesen und habe deshalb den Vertrieb übernommen. «Tatsächlich wäre diese Plantage wohl schnell aufgeflogen, wenn die Polizisten selbst den Hanf verkauft hätten», sagte die Gerichtspräsidentin. Die Aussagen der beiden ehemaligen Polizisten hielt Laeuchli für glaubwürdig, zumal diese sich massiv selber belastet haben.

Insgesamt 35'000 Franken

Auch gebe es weitere Indizien, die gegen seine Darstellung sprechen würden. So habe eine Nachbarin bestätigt, dass das Auto des Mannes oft stundenlang vor dem Haus mit der Hanfplantage stand. Er selber hat aber behauptet, sich überhaupt nicht um die Pflanzenpflege gekümmert zu haben.

Durch das reguläre Verfahren muss der Niederländer auch höhere Verfahrenskosten übernehmen, insgesamt rund 35 000 Franken. Während des Verfahrens erneuerte das Migrationsamt seine Aufenthaltsbewilligung nur jeweils um weitere zwölf Monate, die Zukunft ist unsicher: Wegen der Verurteilung zu banden- und gewerbsmässigem Handel könnten die Behörden argumentieren, er sei eine Gefahr für die Schweiz. Diese Einschätzung kann auch bei einem EU-Bürger dazu führen, dass die Aufenthaltsbewilligung kassiert wird. Den Schuldspruch kann er noch weiterziehen.