Eine 13-köpfige Arbeitsgruppe, die der Gemeinderat eingesetzt hat, nimmt einen neuen Anlauf, um das Projekt «Mehrzweckhalle» zu einem erfolgreichen Ende zu führen. Im vergangenen November scheiterte der elf Millionen Franken teure Neubau der Mehrzweckhalle samt Umgebungsgestaltung in einer Referendumsabstimmung an der Urne, nachdem die Gemeindeversammlung zuvor noch klar Ja dazu gesagt hatte.

«Fronten haben sich aufgeweicht»

Bei der Konstitution der neuen Arbeitsgruppe kam es zum Streit zwischen Gemeinderat und Referendumskomitee. Die Arbeitsgruppe besteht aus Mitgliedern von Gemeinderat, Gemeindekommission, Bauverwaltung, Referendumskomitee, Vereinen, Schule und Fachpersonen. «Wenn die Konfrontation so weitergeht, wirds schwierig in der Arbeitsgruppe», sagte Gemeindepräsident Erwin Müller Ende April zur bz.

Nun tönt es aber ganz anders: Gemeinderat Matthias Mundwiler (FDP), der die Arbeitsgruppe präsidiert, spricht von «sehr konstruktiven und speditiven Diskussionen». Von Aggressivität keine Spur, man sei kooperativ und habe nach zwei Sitzungen erste Fortschritte erzielt. «Die Fronten haben sich aufgeweicht. Wir wollen eine Auslegeordnung und zusammen eine Lösung finden», erklärt Mundwiler. Es müsse ein mehrheitsfähiges Projekt her, das auf die Bedürfnisse der Bevölkerung zugeschnitten sei, bringt er es auf den Punkt.

Drei Möglichkeiten gibt es: Das bestehende Projekt in einer abgespeckten Variante, zurück auf Feld 1 und wieder ganz vorne beginnen oder die Mehrzweckhalle umfassend sanieren. Die letzte Variante ist eher unwahrscheinlich. Sollte das Projekt, das an der Urne gescheitert ist, als Basis für einen neuen Vorschlag dienen, könnte Bubendorf Planungskosten sparen. Diese beliefen sich bisher auf 560'000 Franken.

Laut Matthias Mundwiler ist auch das Kostendach noch «völlig offen». Die Auslegeordnung erfolge ohne Zahlen. Das Referendumskomitee ging von 7,5 Millionen Franken aus. Anfang November will die Arbeitsgruppe dem Gemeinderat erste Vorschläge unterbreiten. Die Exekutive wird danach entscheiden, wie es mit der Mehrzweckhalle weitergehen soll. In den nächsten Wochen stehen noch zwei Sitzungen der Arbeitsgruppe an.

Referendumsführer arbeitet mit

Einsitz in dieser Arbeitsgruppe hat auch der «Kopf» des Referendumskomitees, Marcel Staudt. Dieser wohnt unterdessen zwar nicht mehr in Bubendorf. Der Gemeinderat hat jedoch entschieden, dass Staudt in dieser Arbeitsgruppe mitwirken kann. Dafür sei der Wohnsitz nicht massgebend, so Mundwiler. Marcel Staudt sagte schon nach der Abstimmung, er wolle sich nicht aus der Verantwortung ziehen.