Der frei werdende Gemeinderatssitz von Hölsteins Gemeindepräsidentin Monica Gschwind (FDP) ist begehrt. Diese tritt per Ende Juni zurück, weil sie am 1. Juli ihr Amt als neue Regierungsrätin antritt. Gschwind wurde im Februar gewählt.

Am 26. April bei der Ersatzwahl in die siebenköpfige Hölsteiner Exekutive kommt es zu einem Dreikampf. Die FDP will mit Ingrid Misteli ihren Sitz verteidigen, die SP möchte mit Andreas Appenzeller wieder in den Gemeinderat. Als Parteiloser mischt Hanspeter Hauenstein mit. Das Trio sorgt mit persönlichen Flyern in alle Hölsteiner Haushalte für echte Wahlkampfstimmung in der 2375-Seelen-Gemeinde.

Misteli: «Aktiv mitgestalten»

Die FDP-Kandidatin Ingrid Misteli möchte gerne wieder etwas für eine Gemeinde tun, für Leute da sein. Sie gehörte früher während sechs Jahren in Liestal der Schulpflege der Primar- und Sekundarschule an. «Dies war eine anspruchsvolle Aufgabe», blickt die
61-Jährige zurück, die seit elf Jahren in Hölstein lebt. «Ich möchte nicht nur zuschauen, sondern aktiv mitgestalten», erklärt Ingrid Misteli. Sie sei nirgends angestellt und hätte viel Zeit für ein Gemeinderatsamt. «Diese Arbeit würde mir enorm Spass machen; ich würde meine ganze Energie in sie hineinstecken», verspricht die Mutter einer Tochter und zweier Söhne. Für eine Wahl gebe sie alles. Als Freisinnige und als Frau würde sie so weitermachen wie Monica Gschwind.

Appenzeller: «Auch SP einbinden»

Andreas Appenzeller steigt für die SP ins Rennen. Die Partei ist offiziell schon seit längerem nicht mehr im Hölsteiner Gemeinderat vertreten. «Deshalb wäre es gut, wenn alle Kräfte wieder eingebunden wären», sagt der 52-jährige Appenzeller. Dieser kandidierte im Frühling schon für den Landrat; er klassierte sich auf der SP-Liste des Wahlkreises Waldenburg im dritten Rang und ist zweiter Nachrückender. Andreas Appenzeller siedelt sich als Mitglied der SP in deren Mitte an.

Er wolle in einem Gremium parteiübergreifend geschickte Lösungen realisieren, und dies mit geringem administrativem Aufwand. «Kostengünstig und gesamtwirtschaftlich effizient», erklärt der Maschineningenieur. Ihm ist ein guter Kontakt zu den Leuten wichtig. Beruflich ist Appenzeller Vorsitzender der ADEV-Gruppe, einer Energiegenossenschaft, und nebenamtlicher Dozent an der ETH. Zu seinen politischen Steckenpferden gehören die Versorgung von Energie und Wasser. «Auch der Umweltschutz liegt mir am Herzen», sagt Andreas Appenzeller, der seit 16 Jahren in Hölstein wohnt und Vater von vier Kindern ist.

Hauenstein: «Etwas zurückgeben»

«Ich bin keiner Partei verpflichtet, sondern nur meinem Gewissen – zum Wohl der Einwohnerinnen und Einwohner von Hölstein», wirbt Hanspeter Hauenstein (parteilos) auf dem Flyer für seine Wahl. Er lasse sich nicht in ein Links-Rechts-Schema pressen, je nach Thema sei er sozial oder auch erzliberal, erklärt der 59-Jährige. Dieser ist seit sechs Jahren Leiter des Baselbieter Amts für Berufsbildung und Berufsberatung. Hauenstein hat Soziologie und Betriebsökonomie studiert und wohnt seit 15 Jahren in Hölstein.

Er kandiere nicht, um eine politische Karriere zu starten. «Ich profitiere schliesslich vom Gemeinwesen und möchte nun etwas zurückgeben», begründet Hanspeter Hauenstein seine Motivation, sich als Gemeinderat zu bewerben. Und stellt fest: Er habe Respekt, was Milizpolitiker auf Gemeindeebene leisteten und wie gut gearbeitet werde. Hauenstein bezeichnet sich als «interessierten Zeitgenossen» und schielt nicht auf ein bestimmtes Ressort. Nach der Ersatzwahl werde es im Gemeinderat ohnehin Rochaden geben, mutmasst er und meint weiter: «Werde ich gewählt, sehe ich für mich einen Horizont von fünf Jahren als kommunalen Exekutivpolitiker.»

Die Ausgangslage für die Ersatzwahl in knapp zwei Wochen ist völlig offen, ein zweiter Wahlgang wahrscheinlich. Dieser fände am 31. Mai statt. Schon allein die Auswahl dreier Kandidaturen aus drei unterschiedlichen Lagern verdient eine hohe Stimmbeteiligung.