Da thront sie auf ihren vier Füsschen, stolz und stumm. Die freistehende Retro-Badewanne ist ein Hingucker der Wohnungen im Helsinki-Turm auf dem Dreispitz-Areal, die seit Oktober bezogen werden. Könnte die Wanne sprechen, so würde sie alle wissen lassen: «Ich bin etwas ganz Spezielles. Die Wohnung ist etwas ganz Spezielles. Und Du auch – wenn Du die Wohnung mietest!»

Die Wanne steht im Kleinen für das, was das gesamte Entwicklungsareal an der Grenze von Basel und Münchenstein dereinst sein soll: ein Bijou. Etwas, das überrascht, etwas, was es in dieser Form in der Region noch nicht gibt. Noch ist er aber die Ausnahme, der Helsinki-Turm, rund 40 Meter hoch, entworfen von Herzog & de Meuron, 41 Wohnungen, jede mit anderem Grundriss, aber alle mit Retro-Badewanne.

Denn die Entwicklung auf dem Dreispitz stockt. Im Dezember informierte die Christoph-Merian-Stiftung (CMS), der das gesamte Dreispitz-Areal gehört, es gebe einen Planungsstopp. Die Entwicklung des Geländes sei in der vorgesehenen Form für die CMS wirtschaftlich nicht zu stemmen.

Jetzt will sich die Stiftung auf drei Gebiete konzentrieren: die Süd- und die Nordspitze sowie die Wien-Strasse entlang der Kantonsgrenze. Ja, entlang der Kantonsgrenze. Denn das Areal, rund 70 Fussballfelder gross, ist ziemlich genau hälftig geteilt. Entlang der Wien-Strasse, wo dereinst ein Tram verkehren soll, verläuft der Bann.

«Ganz verschiedene Leute»

Die Südhälfte gehört zur Gemeinde Münchenstein. Dort spielt die Musik. Aber auch nur auf einem Teilgebiet, im Quartier Freilager. Dort entstanden der gleichnamige Platz, der Helsinki-Turm, der Neubau der Hochschule für Gestaltung und Kunst sowie das Haus für elektronische Künste. Die CMS sei von den Planungspartnern enttäuscht, heisst es hinter vorgehaltener Hand. Sie hätte sich mehr Unterstützung gewünscht von Basel-Stadt, Baselland und Münchenstein. Deshalb lege die CMS eine Denkpause ein. Selber lässt sie nur so viel verlauten: Im Grundsatz halte man an der Transformation fest. Im Freilager ist – zumindest tagsüber – eingetroffen, was sich die Planer und Politiker gewünscht haben: Leben.

Die Querelen um den Dreispitz braucht die Madiba AG nicht kümmern. Das Unternehmen ist für die Erstvermietung des Helsinki-Turms zuständig. Stolze 70 Prozent der nicht ganz günstigen Objekte seien schon weg, sagt eine Mitarbeiterin, die Interessierte durch die Wohnungen führt. «Ganz verschiedene Leute» seien unter den Erstmietern. Jüngere, Ältere, Pärchen, Alleinstehende, Selbstständige, Angestellte. Nur etwas habe es noch nicht im Turm, sagt die Madiba-Angestellte, während sie den Musterstuhl am Mustertisch in der Musterwohnung zurechtrückt: Kinder.