Die hohen eisenbahnrechtlichen Anforderungen an einen sicheren Betrieb gälten auch für Züge mit historischem Rollmaterial, hält der Verwaltungsrat der WB in einer Mitteilung vom Mittwoch fest. Er sehe sich daher gezwungen, auf den Betrieb des WB-Dampfzugs zu verzichten, bis diese Anforderungen wieder erfüllt sind.

Die für den Dampfzug verwendeten drei Waggons seien in die Jahre gekommen, präzisierte WB-Verwaltungsratspräsident Urs Steiner auf Anfrage. Im vergangenen Jahr sei eine Notsanierung vorgenommen werden, um den Betrieb zu ermöglichen. Nun brauche es aber eine Vollsanierung, deren Kosten die WB auf 1,5 bis 2 Millionen Franken schätzt.

Organisation auf sichere Beine stellen

Parallel dazu soll die Organisation des Dampfbetriebs langfristig auf sichere Beine gestellt werden, wie Steiner weiter sagte. Der Dampfbetrieb wird von der WB nicht quersubventioniert, soll aber selbsttragend sein. Neue Anforderungen machten ihn indes teurer. Eine Gruppierung sei an der Arbeit, eine neue Organisationsform zu finden.

Für die Sanierung der Waggons wurde laut Steiner ein Gesuch beim Lotteriefonds eingereicht. Der Einnahmenausfall aufgrund des Verzichts auf den Dampfbetrieb im laufenden Jahr sei kein Problem, da auch der entsprechende Aufwand wegfalle. Ziel sei, den Dampfbetrieb 2016 wieder aufnehmen zu können.

Dampfzüge rollen auf der 13,1 Kilometer langen WB-Strecke zwischen Liestal und Waldenburg seit 1980 wieder: Damals wurde zum 100-Jahre-Jubiläum der Bahn die alte WB-Dampflokomotive Nr 5 aus dem Jahr 1902 wieder fahrbereit gemacht. Die WB fährt als einzige öffentliche Bahn in der Schweiz auf nur 75 Zentimeter Spurweite.