Der Birsfelder Gemeinderat machte seinen Bürgern die Teilnahme an der Gemeindeversammlung nicht einfach. 72 Seiten umfassten die Unterlagen – ohne die Dokumente aus früheren Gemeindeversammlungen, die zum Verständnis der Schulraumplanung hilfreich waren. Denn die 82 Stimmberechtigten diskutierten, wie die Sanierung und Erweiterung der drei Primarschulbauten neu angepackt werden soll.

Bereits 2011 hatten die Gemeindeversammlung 5,5 Millionen Franken für die Gesamtsanierung der Schulanlage Sternenfeld genehmigt. «Aufgrund verschiedener Faktoren», so der Gemeinderat, kam das Projekt «nie über eine rudimentäre Planung hinaus». Drei Jahre später wurden 6,1 Millionen Franken für die Sanierung und Erweiterung aller drei Schulen genehmigt.

Doch auch davon wurde bisher kaum etwas ausgegeben, versicherte Gemeindepräsident Christof Hiltmann (FDP). Nach einer externen Analyse kam der Gemeinderat nämlich zum Schluss, dass die 6,1 Millionen nur für etwas zusätzlichen Schulraum und die wichtigsten Sanierungsmassnahmen reichen würden.

Vorerst solle man deshalb für 215 000 Franken eine Gesamtsicht erarbeiten lassen, was alles nötig und machbar sei. Zudem beantragte der Gemeinderat vorerst 170 000 Franken für Sofortmassnahmen. «Wir wollen die 6,1 Millionen für das ausgeben, was unbestritten ist», sagte Hiltmann. Falls mehr nötig sei, werde man nochmals die Gemeindeversammlung befragen.

Die Gemeindeversammlung schluckte dieses Vorgehen, aber nicht ohne zu murren. So verlangte Rechnungsprüfungskommissions-Mitglied Florian Dettwiler mehr Sicherheit, dass die Planung gewissen Qualitätsansprüchen genüge. Bisher sei dies offensichtlich nicht der Fall gewesen. Zu diesem Zweck forderte er, statt externe Fachleute verstärkt die eigene Verwaltung planen zu lassen.

Neubau wäre einfacher

«Es ist ein schlechtes Zeugnis, wenn man zurückkrebsen muss», räumte Hiltmann ein. Immerhin habe der Gemeinderat rechtzeitig die Notbremse gezogen, bevor viel Geld ausgegeben worden sei und nicht erst bei der Projektumsetzung. Er verwies zudem auf die prekären Finanzen Birsfeldens. Andere Gemeinden würden bei erhöhtem Raumbedarf einfach auf der grünen Wiese einen Neubau planen. Das bringe höhere Planungssicherheit. «Wir haben diese Variante untersucht, aber das würde für uns Kosten von 20 bis 30 Millionen Franken bedeuten. Das können wir nicht stemmen.»