Das Wetter scheint nicht recht zu wissen, ob es im Verlauf des Tages schöner oder schlechter werden soll. Doch wenn man am Samstagvormittag den Blick vom Himmel abwendet und dem Treiben vor der Muttenzer Schiessanlage Lachmatt zuschaut, entdeckt man keinerlei Spuren der Unentschlossenheit. Die regionalen Schiessvereine haben sich mit ihren Fahnen längst an den Tischen positioniert, die Munitionsausgabe läuft reibungslos ab. Die Männer von der Schiessgesellschaft Muttenz, die in der Lachmatt das Eidgenössische Feldschiessen und das Obligatorische Schiessen organisieren, haben alles im Griff.

Im Restaurant Lachmatt hat sich derweil eine hochkarätige Delegation aus Politik, Militär und Schützenkreisen versammelt. «Das hat vor vier Jahren angefangen. Nach dem Baselstädtischen Besuchsprogramm am Vormittag und vor dem Start des Rundgangs durch die Schiessplätze im Baselland trifft man sich hier zum Mittagessen», erklärt Martin Büsser, Kreiskommandant Baselland. Obwohl die Stimmung heiter und freundschaftlich ist, hat das Zusammentreffen durchaus eine symbolische Komponente. «Die Anwesenheit von Regierungsrat und Armee unterstreicht, wie wichtig der Anlass ist», so Büsser.

Schiessen verbindet

Aus Armeekreisen ist das Erscheinen von Divisionär Hans-Peter Walser erwähnenswert. Der Kommandant der Territorialregion 2 ist für sieben Kantone verantwortlich und begehrt. «Am Kick-off zum Feldschiessen vor zwei Wochen war ich in Reinach/Oberkulm, heute beim Start heute Morgen in Solothurn», gibt er Auskunft. Für Walser hat das Eidgenössische Feldschiessen eine besondere Bedeutung, nicht nur wegen seiner langjährigen Tradition und weil es das «grösste Schützenfest der Welt» ist. Der Divisionär hebt die Tatsache hervor, dass der Anlass Schichten und Altersgruppen verbindet wie kein anderer. «Wo sonst kann der 95-jährige Grossvater neben seinem zehnjährigen Enkel liegen und sich mit ihm sportlich messen?»

Duell der Regierungsräte

Der Wettbewerbsgedanke erfasst alle. Auch die Offizellen. Und so kommt es zu einem eigentlichen Duell zwischen Regierungsräten. Baschi Dürr, der Vorsteher des Justiz- und Sicherheitsdepartements Basel-Stadt, hat am Vormittag den Kranz knapp verpasst, dafür aber eine Anerkennungskarte geschossen. «Das ist eigentlich schwieriger: Eine Karte gibt es nur für 55 und 56 Punkte, einen Kranz für alles ab 57 Punkten», meint er augenzwinkernd.

Damit setzt Dürr seinen Amtskollegen Isaac Reber unter Druck, der am Nachmittag in Reigoldswil, Zunzgen und Diegten nachziehen muss. «Ich habe geübt», warnt der Vorsteher der Sicherheitsdirektion Baselland und fügt mit gespieltem Ernst hinzu: «Wir geben die Resultate nur bekannt, wenn sie gut waren!» Sollte auf den Social-Media-Kanälen Rebers also nichts von einem Kranz stehen, ist der Fall klar. «Dann war Baschi Dürr besser», lacht Reber.