Der 33-jährige Philip Beyrer verunfallte am Freitag auf einer Wasserrutsche im Aquabasilea. Der Ex-Autorennfahrer aus Allschwil schlug mit dem Kopf gegen eine Stange und zog sich dabei Verletzungen zu, wie der «Blick» gestern berichtete. Beyrer behauptete, Kopf voraus gerutscht zu sein und dabei die Stange übersehen zu haben. Er schob die Verantwortung an den Betreiber des Bads ab und forderte im «Blick»: «Die Badi muss die Stange besser kennzeichnen.»

«Kategorie Blödheit»

Doch Andreas Schauer, Geschäftsführer im Aquabasilea, sieht keinen Grund, sich zu rechtfertigen. Er ärgert sich vielmehr über den ganzen Rummel, den Beyrer rund um seinen Unfall inszeniert: «Wenn einer per Kopfsprung in die Rutsche einsteigt, fällt dies für mich ganz klar in die Kategorie Blödheit.» Beyer habe sich Kopf voran in das knöcheltiefe Wasser werfen wollen. Dabei wisse doch jedes kleine Kind, dass man so etwas nicht mache.

Klare Sache: die Warntäfel hängt

Klare Sache: die Warntäfel hängt

Das vermeintliche Opfer zeigte sich gestern Abend gegenüber «Telebasel» uneinsichtig: «Meine Tochter ging voraus, und ich wollte ihr hintennach. Dabei bin ich mit Anlauf in Richtung Rutschbahn. Ich wollte auf dem Bauch gehen. Dabei übersah ich die Eisenstange.» Als «Telebasel»-Reporter Andrea Ruberti nachhakt, ob er mit «zu viel Elan» in die Rutsche sprang, antwortet Beyrer: «Das ist im Nachhinein schwierig zu sagen.»

Beyrer wurde am Samstag im Kantonsspital Liestal mehrere Stunden lang operiert. Nun will er dafür sorgen, dass in Zukunft nicht noch jemand ähnlich verunfallt. Laut «Telebasel» prüft Beyrer, ob er rechtliche Schritte gegen Aquabasilea einleiten will.

«Ein gewisses Mass an Eigenverantwortung»

Andreas Schauer hat dafür kein Verständnis. Denn die Überwachungskamera zeichnete den Unfall auf. Das Video zeigt klar, wie der 33-Jährige mit «Spiessli» direkt in die Stange springt. «Dass beim Baden einer hinfliegt, sich die Haut aufschürft oder gar einen Herzinfarkt erleidet, kann man nicht verhindern», weiss Geschäftsführer Schauer. Doch an ein gewisses Mass an Eigenverantwortung müsse man appellieren können. Dass Beyrer nun der Eisenstange und damit Aquabasilea die Schuld zuschiebt, gehe zu weit. Der Betreiber glaubt jedenfalls, die notwendigen Sicherheitsmassnahmen getroffen zu haben: Erstens entspricht besagte Eisenstange sowohl Schweizer als auch der EU-Norm für Wasserrutschbahnen. Schauer: «Mehrere Experten testeten die Rutsche, bevor wir sie in Betrieb nahmen.» Der bz liegt das TÜV-Gutachten vor, worin keine Einwände gegen die Rutschbahnen von Aquabasilea erhoben werden. Auch die Wildwasserbahn wurde von den TÜV-Experten anstandslos abgenommen.

Tafel zeigt, wie man rutschen darf

Zweitens ist die Wildwasserbahn mit einer Tafel ausreichend ausgeschildert. Darauf sind die erlaubten Rutschpositionen gekennzeichnet. Und zwar so, dass sie auch für Kinder verständlich sind. Von einer Kennzeichnung der Eisenstange sieht der Betreiber jedoch ab. Vielleicht sollten die Badeanstalten in Zukunft noch anführen, in welchen Positionen der Badegast nicht rutschen, landen oder in den Kanal springen darf.