Läuft alles nach Plan, flimmern die idyllischen Landschaften des Thiersteins bald über den Fernsehbildschirm. Die deutsche Produktionsfirma H&V Entertainment hat sich die Exklusivrechte für einen Film gesichert, der im Schwarzbubenland spielt. Der Streifen basiert auf einem Krimi des Solothurner Erfolgsautoren Christof Gasser.

Der Roman mit dem Titel «Schwarzbubenland» ist im vergangenen Herbst erschienen und stürmte die Bestsellerlisten. Im Mittelpunkt des Buches steht die taffe Journalistin Cora Johannis, die Nachforschungen über die verschwundene Frau eines Politikers anstellt. Ihre Recherchen führen sie in die fiktive Gemeinde Gilgenberg im Schwarzbubenland. Das verwunschene kleine Dorf im Thierstein birgt ein schreckliches Geheimnis.

Obwohl der Ort nicht real existiert, schildert Gasser das Thierstein mit vielen Details. Die Dörfer Nunningen, Zullwil und Meltingen kommen in der Kriminalgeschichte vor. Dasselbe gilt für die Portiflue, das Mittelalterfest und die Ruine Gilgenberg.

Christof Gasser und sein Krimi Schwarzbubenland

Christof Gasser und sein Krimi Schwarzbubenland

Produktionsfirma sucht Geldgeber

Über weite Strecken zeichnet sich der Krimi durch eine unheimliche Atmosphäre aus. Die mysteriöse Geschichte ist es auch, welche die in München ansässige Produktionsfirma H&V Entertainment dazu veranlasste, sich die Rechte für eine Verfilmung zu sichern.

Aber nicht nur: «Eine ungewöhnliche Ermittlerin, ein starker Fall um eine vermisste grosse Liebe, ein Dorf mit einer dunklen Vergangenheit und eine Verschwörung mit aktuellem Zeitbezug. Dies gefällt mir an diesem Roman», erklärt Ina-Christina Kersten.

Die Produzentin ist immer auf der Suche nach «interessanten, verfilmbaren Stoffen». Im Fall des Krimis von Christof Gasser habe sie als erstes der Titel angesprochen. Dass es sich dabei um eine Region in der Schweiz handelt, erfuhr die Hamburgerin erst während der Lektüre.

Momentan sucht Kersten nach Geldgebern, welche den Film finanzieren sowie nach einem Drehbuchautoren. Ziel der Anstrengungen ist ein Fernsehfilm, der in etwa zwei Jahren fertiggestellt sein soll. «Die Produktion eines Filmes ist immer ein langer Prozess.» Die Münchner Produktionsfirma zeichnete bereits für etliche Kriminalfilme und Krimiserien verantwortlich. Dazu gehören unter anderem «Der Kriminalist» und «Mit Herz und Handschellen». Aber auch Komödien wie «Wo ist Fred?» mit Til Schweiger hat das Unternehmen in seinem Portfolio.

Autor ist bereit, mitzuarbeiten

Sobald die Finanzierung gesichert ist, soll das ländliche Schwarzbubenland zur Filmkulisse werden. «Ich gehe schwer davon aus, dass wir dort drehen, wo das Buch spielt», sagt Ina-Christina Kersten. Dafür plädiert auch der Autor der Vorlage, für den mit dem Film ein Traum in Erfüllung geht. «Es wäre schön, wenn die Verfilmung möglichst nahe am Buch dran wäre», erklärt Christof Gasser. Der 57-Jährige ist gerne bereit, bei der Produktion mitzuarbeiten. Als Drehbuchautor möchte die Produzentin jedoch jemanden engagieren, der schon Erfahrung beim Verfassen von Drehbüchern hat.

Bis Cora Johannis über die Leinwand flimmert, dauert es also noch eine Weile. Weniger lange müssen sich die Krimifans gedulden, bis sie wieder zwischen Buchdeckeln recherchiert. Ihr zweiter Fall – dieses Mal nicht im Schwarzbubenland spielend – erscheint im nächsten Frühling. Und wer weiss: Vielleicht wird auch die Verfilmung zu einer Serie.