Pascale Uccella will nicht aufgeben. Vor zehn Tagen haben sie und ihr Vater Roman Klauser ihre Landratssitze verloren. Ihre Stimmenanzahl halbierte sich gegenüber ihrer Wahl vor vier Jahren. Damals waren sie noch für die SVP angetreten. Nach Querelen über Mandatsabgaben gründeten sie vergangenes Jahr ihre eigene Partei, die Allschwiler Volkspartei (AVP). Diese ist jetzt nicht mehr im Landrat. Doch verschwinden will sie nicht, wie Uccella klarstellt: «Wenn man in der Politik nicht optimistisch sein darf, sind wir im falschen Geschäft.» Die Kleinpartei wendet sich dem nächsten Ziel zu: den Gemeindewahlen 2020.

Sicher ist jetzt schon: Klauser wird wieder für den Allschwiler Gemeinderat antreten, wo er seit 2016 sitzt. «Das sind Persönlichkeitswahlen», so Uccella. «Und mein Vater setzt sich stark für die Bevölkerung ein.» Im Einwohnerrat, wo die AVP derzeit drei Sitze hat, werde man versuchen, die 40er-Liste mindestens halb zu füllen. Bei derzeit 29 Mitgliedern ist das kein unerreichbares Ziel. «Gerade heute Morgen haben sich zwei neue Mitglieder bei mir gemeldet», sagt die Einwohnerrätin.

Mit Blick auf die Niederlage bei den Landratswahlen räumt Uccella aber Fehler ein. Zum Beispiel hätte man ihren Vater zwei Mal auf die Liste setzen müssen, dann hätte es vielleicht für einen Sitz gereicht. Und vor allem meint sie: «Die Leute haben uns zu wenig gekannt. Inhaltlich haben wir unser Gedankengut mit der Gründung der AVP ja nicht geändert.»

Die neue Partei hat im Wahlkampf gar nicht erst versucht, sich von der SVP abzugrenzen. Uccella deutet an, dass sich das in Zukunft ändern solle. «Wir müssen über die Bücher gehen und herausfinden, wie wir uns abheben können.» Im Visier hat sie insbesondere die kleinen Gewerbetreibenden. «Davon haben wir in Allschwil besonders viele. Sie haben es nicht leicht.» Für sie will sich die AVP einsetzen, stärker als die SVP.

«Werde nicht gratulieren»

Der Vorteil auf Gemeindeebene: Hier sei man nahe bei den Leuten. Die würden merken, wenn man etwas für sie tue. Was Uccella ausserdem zuversichtlich stimmt: Sie und ihr Vater haben auf der AVP-Landratsliste deutlich mehr Stimmen erhalten als die übrigen Kandidaten der Partei. Daraus schliesst sie: Viele Bürger wählten zwar eine andere Partei, wollten aber gezielt sie beide unterstützen.

Die AVP gründeten Uccella und Klauser, weil sie Krach mit einigen Personen in der Allschwiler SVP hatten. Mit der Baselbieter SVP kämen sie sehr gut aus, betont Uccella. «Wenn der Vorstand nicht wäre, würde ich sofort wieder der Allschwiler SVP beitreten.» Nach einer baldigen Versöhnung zwischen AVP und SVP sieht es trotzdem nicht aus. Im SVP-Vorstand sitzt nämlich Florian Spiegel, der grösste Stein des Anstosses für die AVP. Diese wirft Spiegel vor, sich nach zwei vierten Plätzen in vergangenen Landratswahlen durchgeboxt zu haben.

Er wurde jetzt in den Landrat gewählt, in den Augen der AVP hat er sich auf Kosten von Klauser und Uccella durchgesetzt. Sie sagt: «Demnächst sehe ich Florian Spiegel im Einwohnerrat. Ich werde ihm nicht zu seiner Wahl gratulieren.»

Früher oder später wird sich das Personal bei der SVP ändern, die Abtrünnigen können dann zurückkehren. Braucht es also wirklich eine eigene Partei? «Solche Überlegungen haben wir uns auch gemacht», sagt Uccella. Es gebe viele Allschwiler, die aus der SVP ausgetreten seien und die sagten: «Macht jetzt weiter!» Darum habe man die AVP gegründet.

Im Einwohnerat will die Splitterpartei sachlich mit der SVP zusammenarbeiten. Gute Vorstösse werde man unterstützen, auch wenn sie von SVPlern kämen, sagt Uccella. «Aber mit ihnen ein Bier trinken gehen, das muss ich nicht unbedingt.»