Als die Mars Corporation 1991 den Schokoriegel Raider umbenannte, warben die US-Amerikaner mit dem Slogan: «Aus Raider wird jetzt Twix – sonst ändert sich nix». So war es auch. Im goldbraunen Tütchen zwei Bisquitstengel, ummantelt von Karamell und Schokolade. Raider hiess Twix, sonst änderte sich wirklich nix.

Auch die EBM will sich einen neuen Namen geben, im Hinblick auf die geplante Expansion in die übrige Schweiz und in Frankreich. Aber im Fall des Energieversorgers soll sich sehr wohl mehr ändern als nur die Verpackung. Die Genossenschaft Elektra Birseck (das «M» steht für den Unternehmenssitz in Münchenstein) nennt sich ab dem 26. März Primeo Energie. «Von Anfang an war klar, dass wir einen Mehrwert haben mussten», sagt Jo Krebs, Medienverantwortlicher bei der EBM. «Nur den Namen zu wechseln, das wäre weder sinnvoll, noch vertretbar gewesen.»

So kündigt Krebs im Zuge der Neubenennung auch neue Produkte und Dienstleistungen an. «Wir wollen frischer, schneller und innovativer werden.» Das Unternehmen werde etwa einen virtuellen Speicher anbieten, für die Eigentümer von Einfamilienhäusern mit Photovoltaik-Anlage. Mit der Cloud können sie überschüssigen Strom wieder ins Netz einspeisen und verkaufen. Auch die Rechnungen würden angepasst: Künftig sollen die Kunden viel mehr Informationen über ihren Energieverbrauch erhalten.

Schluss nach 122 Jahren

Der Namenswechsel kostet die EBM eine ganze Stange Geld. Rund 650 000 Franken sind bereit gestellt. Der neue Schriftzug wird unter anderem an der diesjährigen Tour de Suisse zu sehen sein. Die EBM verspricht sich auch einen Bekanntheitsvorsprung. Erwartet wird die Liberalisierung des Schweizer Strommarkts für Private und Kleinunternehmen 2023 – die EBM will bei den Anbietern unter die Top Fünf.

Das Kürzel EBM hat sich laut Krebs als «nicht erfolgsversprechend» erwiesen, um in der Schweiz und in Frankreich Kunden zu gewinnen: «Die Begriffe Münchenstein oder Elektra Birseck sind ausserhalb der Nordwestschweiz unbekannt.»

Dass die EBM den immerhin 122-jährigen Namen aufgibt, stört Giorgio Lüthi nicht. Der Gemeindepräsident von Münchenstein sagt, Hauptsache sei, das Unternehmen behalte Sitz und Arbeitsplätze in Münchenstein. Die bisherigen Signale der Geschäftsleitung würden darauf hinweisen, dass es keine Pläne für einen Wegzug gebe. «Namen sind Schall und Rauch», sagt Lüthi. «Der Inhalt ist entscheidend.»

Buchstaben sind bald abmontiert

Krebs sagt, seines Wissens habe sich noch niemand über das Verschwinden des Traditionsnamens beschwert. «Aber das kann sich noch ändern, wenn der neue Name und das neue Logo auch sichtbar sind.» Das ist spätestens ab dem 27. März der Fall. Auf dieses Datum hin wird der Wechsel auch im Alltag vollzogen: Die Briefköpfe werden ersetzt, Fahrzeuge neu beschriftet, Logos ausgetaucht.

Wann genau der neue Schriftzug vom Hauptsitz prange, sei noch offen, sagt Krebs. «Aber spätestens am 26. März um 17 Uhr wird das erledigt sein. Dann ist der offizielle Markenwechsel für die Mitarbeitenden.»