Wie die bz bereits vergangene Woche angekündigt hatte, ändert die Elektra Birseck Münchenstein (EBM) ihren Namen. Der ursprünglich regional verankerte Energieversorger heisst ab Ende März 2019 neu Primeo Energie. Die bz hatte bereits ausführlich berichtet und den Namen enthüllt.

Dies verkündete die Geschäftsleitung am Dienstagvormittag im historischen Verwaltungsgebäude in Münchenstein. In den neuen Namen sind die grossen Ambitionen eingeflochten. Primeo ist vom italienischen Wort «primo» (Erster) und dem französischen Verb «primer» (übertreffen) abgeleitet. Mit diesem «smarten Auftritt» möchte die EBM nationale und sogar international expandieren.

EBM-CEO Conrad Ammann hatte vor Wochenfrist im grossen Interview mit der bz angekündigt, das Baselbieter Unternehmen wolle sich unter den fünf grössten Schweizer Energiekonzernen etablieren. Bereits in den vergangenen drei Jahren wuchs die EBM stark an. Zum einen übernahm der Baselbieter Energieversorger die Aare Versorgungs AG und streckte somit sein Netzgebiet über den Jura hinaus in die Region Olten aus. Andererseits profitierte die EBM aus der Strommarktliberalisierung für Grosskunden. Seit 2009 können Kunden mit einem Jahresverbrauch ab 100’000 Kilowattstunden frei entscheiden, wo sie ihren Strom einkaufen wollen. Haushalte und kleinere Unternehmen müssen den Strom weiterhin von ihrem lokalen Verteilnetzbetreiber beziehen. Die EBM-Konzernleitung hofft, dass sich dies ab spätestens 2023 ändert.

Rapides Umsatzwachstum geplant

Der Bundesrat möchte den Strommarkt bald auch für Kleinkunden öffnen. Anfang Jahr hat er angekündigt, bis Ende 2018 eine Gesetzesvorlage in Vernehmlassung zu schicken. Mit Primeo Energie pokert die EBM voll auf eine mögliche Öffnung des Marktes. «Ohne Liberalisierung würde unser Wachstum stark gebremst», sagte Ammann. Bis spätestens 2030 soll es mit Primeo Energie gelingen, die Zahl der Privatkunden im Stromgeschäft von heute 150’000 auf 300’000 zu verdoppeln. Dies entspräche auf dem Schweizer Markt einem Anteil von 10 Prozent. Damit einhergehend rechnet CEO Ammann mit einem rapiden Umsatzwachstum.

Heute generiert die EBM rund die Hälfte des Umsatzes in seinem angestammten Netzgebiet. Gemäss Modellen soll der Raum Basel 2021 nur noch rund ein Viertel ausmachen.
Auf dem regulierten Markt habe kein Wettbewerb stattgefunden, was sich anhand der wenig dynamischen Logos schweizer Stromkonzerne ablesen lasse, sagte Kommunikationschef Jo Krebs. Die EBM-Verantwortlichen erhoffen sich durch ihre neue Marke einen Vorsprung gegenüber Mitbewerbern. Ammann sagte, die EBM verfüge dank ihren Tätigkeiten in Frankreich bereits Erfahrungen über Erfahrungen im offenen Strommarkt. Gelingt es dem Baselbieter Energiekonzern, wie modelliert zu wachsen, könnte es sich auf dem Arbeitsmarkt positiv auswirken. Der CEO bleibt jedoch vage. «Wir werden tendenziell Arbeitsplätze schaffen, nicht abbauen», sagt Ammann.

Der Namenswechsel kostet die EBM eine Menge Geld. In den kommenden Jahren investiert sie jährlich einen einstelligen Millionenbetrag in die Vermarktung des neuen Auftritts und tritt an der Tour de Suisse als Partnerin auf. Die Kosten für das Logo-Design und neue Beschriftungen bezifferten die Verantwortlichen auf insgesamt rund 650’000 Franken.