Bald wird man das Logo der Elektra Birseck Münchenstein (EBM) auch im Mittelland kennen: Der Münchensteiner Strom-Lieferant und -Dienstleister baut einen Standort mit 46 Mitarbeitenden im Raum Olten auf.

Dies ist die Konsequenz daraus, dass vor einem Jahr die EBM gemeinsam mit einem Investitionsfonds der UBS und den Städtischen Betrieben Olten der Alpiq ihr Aktienpaket der Avag (Alpiq Versorgungs AG) abgekauft hat. Dabei erwarb die EBM mit knapp zwei Dritteln die Mehrheit der Avag-Aktien.

Diese Avag betreibt das Stromnetz von 18 Gemeinden mit rund 30 000 Endkunden. Das Strom-Liefergeschäft war bisher aber ausgelagert an die Aare Energie AG (AEN), die gleichzeitig auch das Stadtnetz in Olten nicht nur mit Strom, sondern auch mit Gas und Wasser versorgt. Die EBM ist aber ausschliesslich am Stromgeschäft interessiert.
Neu übernimmt sie dieses nun für die Avag-Gemeinden von der AEN. Diese beliefert künftig nur noch die Stadt Olten. Deswegen werden 46 Mitarbeitende bis Mitte 2018 von der AEN zur EBM wechseln.

30 000 zusätzliche EBM-Kunden

Die EBM erweitert also ihren direkten Kundenstamm um 30 000 Kunden. Zudem ergänzt sie ihre vor einem Jahr erworbene Avag-Akteinmehrheit mit einer eigenen Filiale und wird somit am Jura-Südfuss erstmals richtig sichtbar und setzt so einen weiteren Fuss in den Mittelland-Strommarkt.

«Dies ist wichtig für die künftige Expansion», erklärt EBM-Sprecher Jo Krebs. Rund um das Avag-Gebiet gebe es viele kleine Stromlieferanten in Gemeindebesitz. «Diese kommen mit der Strommarktliberalisierung und der Komplexität der Energiewende zunehmend unter Druck.» So seien die Rechnungsstellung und die Zahlen, die ein Stromunternehmen der Aufsichtsbehörde Elcom liefern muss, für einen kleinen Betrieb eine grosse Belastung.

Die EBM werde für diese Gemeinde-Elektras die Türen weit öffnen: «Entweder integrieren sie sich ganz in die EBM oder sie kaufen bei uns gewisse Dienstleistungen ein», erklärt Krebs das Geschäftsmodell.

Die EBM steht derzeit bei den Schweizer Stromunternehmen auf Rang 8. Erklärtes Ziel ist es, unter die grössten fünf vorzustossen.