Obwohl die Ausstellung «Landschaftswandel in Frenkendorf» ihre Tore erst am Sonntag öffnet, haben doch schon einige wenige Augenpaare einen Blick auf die Ausstellungsobjekte werfen können. Fritz Brönnimann, Leiter des Frenkendörfer Ortsmuseums, und Marco Degen, Schöpfer der Ausstellung, sind die Reaktionen auf diesen Lauf der Zeit im Gedächtnis geblieben.

Identische Ausgangspunkte

«Wenn man die Fenster öffnet, gehen einem die Augen auf», sei eine Reaktion gewesen, erzählt Brönnimann. 25 Fenster zeigen Landschaftsbilder aus den letzten 20 Jahren. Öffnet man sie, treten dahinter die heutigen Ansichten hervor. Immer vom selben Standpunkt aus fotografiert, immer mit demselben Bildausschnitt. «Andere empfinden es auch als traurig», sagt Degen, «sie sehen, was verloren gegangen ist.»

Vor 20 Jahren – Marco Degen war damals 18-jährig – packte er die Kamera seines Vaters und zog los. Das Gebiet zwischen Frenkendorf und dem Bienenberg begann er künftig zu dokumentieren. Den Bau der H2 liess er gerne aussen vor. «Diesen Umfang zu bewältigen hätte meine Kräfte überschritten», sagt Degen, «ein solches Projekt könnte einen Profi auslasten.»

Degen selbst verdient seine Brötchen als Gärtner für Topfpflanzen, Schnittblumen, Stauden, Kleinhölzer und Baumschulen. Daneben gehört Marco Degen zu jenen, welche die 450 Hochstämme der Frenkendörfer Bürgergemeinde pflegen. Brönnimann sagt: «Für ihn ist die Natur und der Anspruch, sie mit ihren Ressourcen zu erhalten, mehr Berufung denn Beruf.» Dem glaubt man nur zu gerne, wenn man Degen über seine Entdeckungen sprechen hört. Beispielsweise am ostafrikanischen Kilimandscharo. Pflanzen, die es hier nicht gibt, beschrieben von Marco Degen in epischen Zügen.

Vom Dia zur Digitalfoto

Noch bis 2008 verwendete Marco Degen Diafilme für seine Arbeit, später nutzte auch er digitale Technik. «Zu Hause stehen zwei Schränke voll mit Fotomaterial, zum Teil noch nicht richtig archiviert oder gesichtet», erzählt Degen, «mein Hobby hat mich gewiss schon Tausende von Franken gekostet.» Seine Ausstellung zeigt einerseits von Fensterrahmen eingefasste Bilder der Gebiete Risch und Nübrig im Wandel der Zeit.

Da das Format der Fotos nicht mit gängigen Fenstern übereinstimmt, fertigte Vater Rolf Degen einen grossen Teil der Rahmen selbst. Andererseits beschreiben Tafeln Obstsorten auf Frenkendörfer Grund. Die sind vielfältiger als manch einer denkt. «Ich werde einige ältere Sorten zur Ausstellung mitbringen», verspricht Degen, «beispielsweise den Lederapfel, die Pastorenbirne oder eine Schweizer Wasserbirne.»

Marco Degen, der neben seinem Engagement im Beruf und für die Bürgergemeinde auch Vorträge hält im Gärtnermeisterverband oder für den lokalen Natur- und Vogelschutzverein, strotzt vor Tatendrang. Für ihn gibt es noch viel Natur zu entdecken und vermitteln. «Ich werde weiterhin fotografieren, auch jenes Gebiet, das ich schon seit 20 Jahren begleite.»

Landschaftswandel in Frenkendorf: Ortsmuseum Frenkendorf, Sonntag, 6. Oktober 2013, sowie jeden ersten Sonntag im Monat, 10 bis 12 und 14 bis 17 Uhr.
Führungen nach Vereinbarung unter frisbi@bluewin.ch