Der traditionelle Elsässer Osterputz gehöre der Vergangenheit an, heute spreche man eher vom Osterstau, umreisst Jürg-Peter Lienhard, Präsident des neuen Vereins Regio Kultur, sein Anliegen.

In Zeiten von Billigfliegern und Kurzurlauben gehe das Bewusstsein für die interessante kulturelle Vielfalt der Region Basel verloren. Zu diesem Zweck haben er und rund zehn Mitstreiter den Verein Regio Kultur gegründet. Dies mit dem Ziel, die alemannischen Gebiete im Dreiland wieder näher zusammenzubringen. Acht Veranstaltungen sind dieses Jahr geplant, sie reichen vom Ausflug auf den Spuren der Posamenter, Heimarbeiter, die für die Seidenbandindustrie Basels tätig waren, bis zur Begleitung eines Alpaufzugs in den Vogesen.

Ausflüge vorerst nur von Basel aus

Die Stärkung der Dreiländerregion ist nichts Neues. Austauschbestrebungen über die Landesgrenzen hinaus gibt es schon lange. Doch diese seien meist wirtschaftlich motiviert, erklärt Lienhard. Einen Verein, der sich darum bemüht, den kulturellen Austausch zu fördern, gebe es aber nicht.

Da mutet es etwas seltsam an, dass sämtliche Ausflüge von Basel ausgehen und anscheinend primär ein Basler Publikum ansprechen sollen. Das sei im Moment so, man hoffe aber, mit der Generalversammlung am 30. Juni dieses Jahres viele neue Mitglieder aus Südbaden und dem Elsass begrüssen zu dürfen, die eigene Anregungen und Ideen in den Verein hineintragen.

Das zentrale diesjährige Projekt soll aber ein grosses Konzert mit Schauspiel und Video im Stadtcasino Basel sein. Unter dem Titel «Die Vergänglichkeit» wird die Französin Valérie Seiler mit der Basel Sinfonietta Werke von Koechlin, Fauré, Ibert, Jolivet und Favre aufführen. Dazu werden zwei Schauspieler aus der Region Texte von Jürg-Peter Lienhard sprechen, die er in Anlehnung an Johann Peter Hebels Gedicht «Die Vergänglichkeit» geschrieben hat. Wie im Original erzählt ein Grossvater seinem Enkel von Ereignissen in der Region Basel, die sich ums Thema Vergänglichkeit drehen.

Ausflüge finanzieren Konzert

Solisten und Sänger stammen allesamt aus dem Elsass, die Schauspieler aus der Schweiz und Deutschland. Ein richtiges regionales Kulturprojekt also. Allerdings fehlen bislang noch die nötigen Mittel. Zwar sei man mit Sponsoren im Gespräch und Anträge an den Kanton seien eingereicht. Zusätzlich werde ein Teil der Einnahmen von den Ausflügen in dieses Projekt fliessen: 5 Franken pro Teilnehmer.

Es ist dies nicht der erste Verein, in dem Lienhard sich für die Region und speziell für das Elsass engagiert. Unter anderem betreibt er auch die Onlinepublikation www.webjournal.ch, die sich ebenfalls mit den Ereignissen im Dreiländerraum auseinandersetzt. Wie er selbst zugibt, habe der Verein im Moment noch eine «schwache Struktur», doch glaubt er fest daran, dass zahlreiche Interessierte aufspringen und den regionalen Kulturaustausch im Verein Regio Kultur mittragen werden.