Hansueli Sprunger, der Besitzer des Reitsportzentrums (RSZ) Galms ob Lausen, nutzt das 50-jährige Bestehen der Anlage, um Kunden für morgen zu gewinnen. Er organisiert mit seiner Reitschule nächsten Samstag, 15. Dezember, ein Weihnachtsreiten – primär für Kinder.

Die Geschichte des RSZ Galms begann 1968. Mit dessen Realisierung erfüllte sich Ronda-Gründer William Mosset, ein bekennender Pferdenarr, einen Traum. Der Patron des renommierten Herstellers von Uhrwerken ritt selber und bestritt Concours. Nach einer Anlaufzeit hatte Mosset den Stall mit rund 40 Pferden rasch vollbesetzt, zu den eigenen kamen Tiere von Pensionären dazu. «William Mosset war sehr grosszügig», erinnert sich Sprunger.

Mosset – der Förderer

Der Ronda-Boss besass Dressurpferde, die der frühere jugoslawische Meister Ivan Susmelj trainierte; seine Springpferde betreute ab 1973 Walter Gabathuler, der auf Mossets Spitzenpferden Butterfly III und Harley fünf Schweizer Meistertitel in Serie feierte. William Mosset förderte die Reitschule, hauptsächlich für Anfänger und Kinder. «Er machte eigentlich alles», sagt der Bubendörfer Hansueli Sprunger.

1980 wurden die Halle auf das Olympiamass 20-mal 60 Meter erweitert und zusätzliche Boxen errichtet. Heute finden auf dem Galms 55 Pferde Platz, davon gehören einige dem Besitzer selber. Sprunger hat 13 Tiere für die Reitschule und drei, vier Springpferde, die er je nach Situation weiterverkauft. Das RSZ Galms bietet einen Rundum-Service – ausser Fahren und Westernreiten. Das Tierwohl sei hier das A und O. Die Pferdebesitzer wollten, dass ihre Tiere gut untergebracht und betreut seien, auch wenn sie sich nicht vor Ort befänden. Sprunger beschäftigt elf Angestellte, alle mit einem 100-Prozent-Pensum.

William Mosset stellte Hansueli Sprunger 1984 als Bereiter und Reitlehrer ein. Im Jahr danach starb Mosset. Zusammen mit dessen Tochter Elisabeth und Sohn Erich, beide einst erfolgreiche Jungreiter, übernahm Sprunger 1989 das RSZ Galms in Pacht. Fünf Jahre später erwarb der Bubendörfer die Anlage von der Familie Mosset. Tochter und Sohn von Mosset wollten sich nämlich voll und ganz der Ronda widmen. «Lieber hätte ich das Reitsportzentrum weitergepachtet, aber der Kauf war die einzige Option,» so Sprunger. Er habe die Chance erhalten und sie genutzt, wenn auch nicht ohne Risiko, erzählt der heutige Inhaber.

«Eine solche Reitanlage zu betreiben ist heute schwieriger als vor 15 Jahren», stellt Sprunger fest. Die Konkurrenz sei grösser geworden: Landwirte bauen Ställe und Reitplätze, wo Reitstunden unterrichtet werden. «Sie können das mit weniger Aufwand machen, erhalten Direktzahlungen und haben eigenes Futter.»

Sieben-Tage-Wochen

Sprunger, der an Schweizer Meisterschaften zweimal Gold geholt und rund 35 Nationenpreise hinter sich hat, nimmt noch heute an nationalen Wettbewerben teil. Im Ausland reitet er noch an Drei- oder Vier-Sterne-Events. Ob sein Zentrum von seinem Bekanntheitsgrad profitiert, kann der 65-Jährige nicht sagen. Zu ihnen kämen eher Durchschnittsreiter, einen grossen Aufschwung habe es nie gegeben. Während 18 Jahren organisierte Sprunger jeweils im Frühling grosse Turniere auf dem Galms. Tempi passati: Denn heute ist er beim CSI Basel stark engagiert.

Auch wenn Sprunger Sieben-Tage-Wochen leistet, sei es ihm in all dieser Zeit noch nie zu viel geworden, sagt er. Als Spitzenreiter war er viel unterwegs, auch im Ausland. Dann sei er immer froh gewesen, wenn er wieder habe zurückkehren können. «Es kam vor, dass ich um 4 Uhr zu Hause ankam und drei, vier Stunden später schon wieder im Stall stand», erzählt er.

 

Weihnachtsreiten anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Reitsportzentrums Galms in Lausen; Samstag, 15. Dezember, 16.30 Uhr.