Das Brunnenbachtal auf dem Gemeindegebiet von Nuglar-St. Pantaleon mit einer Fläche von 80 Hektaren soll innert der kommenden Dekade aufgewertet werden. Das 500'000-Franken-Projekt genehmigte die Gemeindeversammlung letzten Dezember «ohne eine einzige Gegenstimme», wie der abgetretene Gemeindepräsident Hans Peter Schmid am Samstag an einer öffentlichen Führung durchs Gebiet bekannt gab.

Felix Berchten, Forstingenieur, Projektleiter und Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros Hintermann & Weber, lobte die fortschrittliche Einstellung der Einwohnerschaft gegenüber aktivem Naturschutz. «Dieses 150 Fussballfelder grosse Gebiet zwischen Oristalstrasse und Kantonsstrasse nach Gempen teilen sich rund 200 Grundeigentümer, und kein einziger erhob Einsprache», freut sich Schmid.

Beim Gang durch die ersten 500 Meter des drei Kilometer langen Tals können die drei Dutzend Interessierten den freiwilligen Hilfskräften aus Nuglar-St. Pantaleon beim Aufräumen, Säubern und Pflanzen, unter Anleitung von Revierförster Roger Zimmermann, zusehen. «Über 50 Freiwillige haben sich für diese Projektgruppe zur Verfügung gestellt», lobt Schmid die aktive Einwohnerschaft.

Arbeiten kommen gut voran

Für den Laien sieht das Tal im Moment ziemlich abgeholzt und öde aus. Seit rund zwei Monaten sind viele Bäume und Sträucher gefällt worden, um wieder mehr Licht ins Brunnenbachtal zu bringen. «So, wie es wahrscheinlich vor rund 100 Jahren hier ausgesehen hat», vermutet Berchten. So würden in Zukunft wieder viele verschwundene Pflanzen und Tiere hier Lebensraum finden: Orchideen, seltene Schmetterlinge und vieles mehr. Um dem Feuchtgebiet im unteren Teil des Tals wieder seinen ursprünglichen Charakter zu geben, werden Weichhölzer wie Silberweiden und Zitterpappeln angepflanzt.

Zahlreiche Schutzgitter um Jungpflanzen entlang des Brunnenbachs und des Fahrwegs zeigen, dass die Arbeiten gut vorankommen. In den folgenden Monaten werden laut Felix Berchten auch die Eindolungen im Bachfluss zur Überfahrt von Landwirtschaftsfahrzeugen durch Furten (Steinbetten) ersetzt. Die Uferschutzzone von fünf Metern beidseits des Brunnenbaches wird deutlich markiert.

Das Projekt Brunnenbachtal ist auf zehn Jahre ausgelegt. «Wir arbeiten von unten nach oben», erklärt Berchten. Somit werden auch die Massnahmen für den Hochwasserschutz Nähe Oristalstrasse bald in Angriff genommen. Durch diese Etappierung werden die Kosten von Jahr zu Jahr reduziert, weil die Eingriffe im unteren Bereich wesentlich arbeitsintensiver und auch teurer sind.

Nuglarer und «Päntleoner» können sich freuen. Von der halben Million Franken, welche sie an der Gemeindeversammlung fürs Projekt gesprochen haben, wird bereits ein guter Teil durch Donatoren mitgetragen. Unter anderem durch den Lotteriefonds des Kantons Solothurn.