«Eine Gelegenheit für die Bürger, mit einer geballten Ladung Spitzenpolitiker in Berührung zu kommen», argumentierte Arboldswils Gemeindepräsident Johannes Sutter, «das gibt es nicht alle Tage.» Parteipräsident Albert Rösti war zum Anlass «SVP uf em Land» gekommen, die Vizes Oskar Freysinger, Céline Amaudruz und Thomas Aeschi ebenso.

Fraktionspräsident Adrian Amstutz, Gregor Rutz und natürlich der Rünenberger Thomas de Courten trafen sich zu Speckbrot, Weisswein und Gespräch vor dem Schulhaus mit der Bevölkerung. Es kamen doch einige. Oskar Kämpfer, Präsident der Baselbieter SVP, regte an, «dass Leute auf die Parlamentarier zugehen und ihnen ihre Fragen stellen».

Seinen Namen wollte er nicht in der Zeitung lesen, jener Bürger, der sich sicher war, Journalisten würden immer wieder gewisse Sachen nicht richtig rüber bringen. Aber er wusste, was er hören wollte: «Dass man uns Standpunkte und Visionen näher bringt. Es ist alles verfahren. Die Asylpolitik, die Europapolitik.» Gerade jetzt, wo alt Bundesrat Christoph Blocher gekommen sei. «Der kann voraus denken.» Als erstes sorgte dieser aber für Parteizuwachs.

Die Partnerin von Michael Rieder, Kassier der Jungen SVP Baselland, überzeugte er, der Partei beizutreten. «War mir nicht gelungen», kommentierte Rieder, «macht mich fast ein wenig eifersüchtig, aber ein Angebot von Christoph Blocher kann man nicht ausschlagen.»

«Ich weiss nicht, was schlimmer wäre»

Gerade zum zwölften Mal Grossvater geworden, bezog sich Christoph Blocher auf die von Johannes Sutter geäusserte Analogie der Baselbieter und Arboldswiler mit den unbeugsamen Galliern um Asterix. «Es ist so schön, dieses Baselbiet, das geben wir sicher nicht den Städtern», spielte er auf die gescheiterte Kantonsfusion an, «ich weiss nicht, was schlimmer wäre: zu Basel-Stadt oder zur EU.»

Blocher betonte seine Verbindung zur Region. Sein Urgrossvater sei Direktor einer Spinnerei in Münchenstein gewesen. 1906 übernahm das Läckerli Huus die Räumlichkeiten. Heute wird das Läckerli Huus von Blochers Tochter Miriam geführt. «Der Täter kehrt immer wieder an den Tatort zurück.»

Gut hörbar war  Magdalena Martullo-Blocher unterwegs. «Wir machen viel für die Basler, für die Pharmaindustrie auch», warb sie für ihre Parttei, «leider gibt es Nationalräte aus der Region, die meinen, wir brauchen hier keine internationalen Firmen.»

Die Baselbieter SVP-Nationalräte hingegen seien tadellos, und sie selbst «doch gar nicht so schlimm». Mit der Bubendörfer SVP-Nationalrätin Sandra Sollberger gehe sie gelegentlich abends aus. «Wir lachen viel zusammen», erzählte Martullo-Blocher aus dem Nähkästchen.

Sandra Sollberger selbst war dann wieder ein wenig ernster. Sie erzählte von den Gesprächen, die sie in Arboldswil mit der Bevölkerung führen konnte. «Die Leute wollten wissen, ob wir unserer Linie treu bleiben werden», bilanzierte sie, «ich bin der Ansicht, das zeigen wir auf Bundesebene.» Und noch etwas sei ihr aufgefallen. «Sie haben Angst, dass wir der EU beitreten werden.»