«Reine Intrige», ärgerte sich Georg Schindelholz an der Gemeindeversammlung von Grellingen. Schindelholz ist Bauherr, auf Antrag eines Votanten verwarf die Mehrheit der Stimmberechtigten eine Mutation im Zonenplan Siedlung, welche für eine von ihm geplante Überbauung von Bedeutung ist.

Konkret ging es um die Optimierung der Stichstrasse zur Erschliessung des Baugebietes «Sunnefeld». Anstatt diese zu bewilligen, beauftragte die Gemeindeversammlung den Gemeinderat, ein Feldgehölze in diesem Gebiet als schützenswert einzutragen und die Mutation an einer der kommenden Versammlungen vorzulegen. Dies, so erklärt Schindelholz gegenüber dieser Zeitung, provoziere einen Rechtsstreit und Schadenersatzforderungen von mehreren Hunderttausend Franken.

Beim Kauf des Landes und seiner Baueingabe für 14 Einfamilienhäuser und drei Mehrfamilienhäuser sei die Hecke als «nicht geschützt» ausgeschieden gewesen, betont er. «Dieses Bauland ist nun voll erschlossen. Würde neu ein Schutz in Kraft treten, könnten drei Einfamilienhäuser weniger gebaut werden.»

Erboste Neuzuzüger

Er habe die Perimeter Kosten bereits bezahlt für das gesamte Bauland, die Bauplanung sei längst fertig gestellt und das Bewilligungsverfahren am Laufen. «Der Gemeinde würden 120 000 Franken Erschliessungskosten und drei gute Steuerzahler entgehen», gab Schindelholz zu bedenken und kündigte an, beim Regierungsrat Beschwerde einzureichen gegen die Gemeindeversammlung Ende September.

Gemeindepräsident Hans-Peter Hänni als auch einzelne Votanten hatten an der Versammlung darauf aufmerksam gemacht, dass sich die Gemeinde in ihrer prekären Finanzlage keinen Eklat leisten könne. Doch auch andere Zonenmutationen, die der Gemeinderat zur Genehmigung vorgelegt hatte, sorgten für Unmut. Einige Stimmberechtigte sowie SP-Gemeinderat Stephan Pabst erhoben Vorwürfe gegen den Gemeindepräsidenten.

Er habe dem Rat einen Prüfungsbericht des Kantons vorenthalten. Hänni und Ressortchef Heinz Vogt verwiesen darauf, dass der Bericht erst kürzlich eingetroffen sei. Hänni räumte im Zusammenhang mit dem Teilzonenplan «Schürmatt» ein, Fehler gemacht zu haben, die dann aber mit dem Kanton aufgearbeitet worden seien. Die von Stimmberechtigten verlangte Ablehnung kam in der Abstimmung nicht durch, der Teilzonenplan «Schürmatt» wurde von der Mehrheit genehmigt.

«Hätte ich gewusst, was hier abgeht, hätte ich wohl nicht Grellingen als meinen neuen Wohnort ausgesucht», sagte ein «Neuzuzüger». Dem schlossen sich andere Redner an und forderten den Gemeinderat als auch die Parteien auf, Grabenkämpfe zu unterlassen und stattdessen ihre Kräfte darauf zu besinnen, Grellingen vor «dem in zwei Jahren drohenden Bankrott zu bewahren». (bea)