Das alte Sportmuseum ist Vergangenheit. Seit gestern Abend steht die Schiess’sche Villa an der Basler Missionsstrasse 28, in der 50 Jahre lang Sammelstücke aus dem Bereich des Sports ausgestellt waren, vollständig leer, und auch das weit grössere Schaulager in der Industriezone im Birsfelder Sternenfeld ist geräumt. Dort lagerte bisher zahlenmässig zwar nur ein Viertel der insgesamt rund 150000 gesammelten Sportobjekte, dafür aber die voluminöseren.

Nachdem bereits seit Monatsbeginn Kisten und Paletten in die neuen Ausstellungsräume an der Reinacherstrasse 1 und 3 im Dreispitzareal gezügelt worden waren, fanden nun auch alle Sportobjekte, für die professionelle Zügelleute samt Fassadenlift anpacken mussten, auch noch den Weg in ihr neues Domizil auf Münchensteiner Boden. Dazu zählen: rund 20 Bobschlitten aus allen Epochen dieser Sportart, Barren und Pferdpauschen aus der Geschichte des Turnens, haufenweise Ski-Paare von den Fassdauben bis zu futuristischen Rennbrettern. Boote und Hochräder.

Das grösste zu zügelnde Stück zählt nicht nur zu den Jüngsten der riesigen Sammlung, sondern auch zu den prominentesten: der orange gestrichene Wohnwagen, den holländischen Fussballfans an der EM 2008 im Baselbiet «vergessen» haben.

Nach dem Zügeln das Einrichten

Thilo Mangold, der den Umzug geleitet hat, musste seine Pläne sogar revidieren: «Obwohl wir überzeugt waren, genau Bescheid zu wissen über die Bestände, förderten wir beim Räumen viele unerwartete Schätze an den Tag, die sich im Verlaufe der 50 Jahre an der Missionsstrasse angesammelt haben.» Gleichwohl gelang es den Museumsleuten, der Zügelequipe und helfenden Zivildienstlern, einen kleinen Vorsprung im Zeitplan zu erreichen. Denn das reine Zügeln sollte ursprünglich am Monatsende abgeschlossen werden.

Nun folgt das Einrichten am neuen Standort in Münchenstein, an welchem auf 820 Quadratmetern Ausstellungsfläche ein so genanntes Begehlager geschaffen werden soll, eine Zwischenform von Lager und Museum. «Alles ist dort, nun wird ausgepackt, aufbereitet und eine Dramaturgie geschaffen», sagt Claudio Miozzari vom Sportmuseum.

Eröffnung am 23. September

Diese Arbeiten werden viel Zeit in Anspruch nehmen: Erstmals öffnen sich die Tore an der Reinacherstrasse nämlich erst am 1. September, und das nur für kurze Zeit. Der Anlass wird vorsichtig als «Baustellenbesichtigung» angekündigt. Vom 23. bis 25. September will sich das Sportmuseum mit seinem neuen Konzept und Standort sowie einem vorübergehenden 24-Stunden-Betrieb der Öffentlichkeit erstmals richtig zeigen.