In Bubendorf ging es um die Details auf der Teilstrecke Liestal–Hölstein, was Baulos eins bis drei entspricht. Die BLT hat die ganze WB-Linie in sieben Lose eingeteilt; über jene von Hölstein bis Waldenburg will sie im Mai informieren.

Beginnen wir die virtuelle Fahrt mit der neuen Waldenburgerbahn (WB), wie sie nach heutigem Planungsstand ab Fahrplanwechsel im Dezember 2022 verkehren wird, in Liestal. Das aber nicht am Bahnhof, sondern an der Haltestelle Altmarkt. Denn ein paar Meter vor dieser Haltestelle beginnt Baulos eins der BLT; die ganzen Umbauten um den Bahnhof obliegen den SBB.

Wir stehen auf dem neuen, Richtung Waldenburg und «Futuro» verschobenen Perron, das jetzt 90 Meter lang ist. Diese Erweiterung ist hier und an allen andern Perrons nötig, damit in den Spitzenzeiten WB-Doppelzugtraktionen halten können. Wir besteigen jetzt aber ein «normales», 44,3 Meter langes Waldenburgerli, das ausser dem Namen überhaupt nichts mehr mit der Vorgänger-Bahn zu tun hat.

«Tango»-Tram

Die Fahrzeuge kommen im bekannten BLT-gelb-rot-Ton daher und gleichen bezüglich Aufbau und vorstehender Nase, die die Folgen von Crashs mit Fussgängern mildern soll, einem «Tango»-Tram, wie sie die BLT heute schon auf den Linien 10, 11 und 17 einsetzt. Produziert werden die zehn WB-Fahrzeuge namens «Tramlink» übrigens in der Stadler-Rail-Filiale im spanischen Valencia.

Wir setzen uns auf einen der 88 Sitzplätze im siebenteiligen Multigelenk-Fahrzeug, wie das vollklimatisierte, maximal 80 Stundenkilometer schnelle Gefährt im BLT-Jargon heisst. Und los geht’s Richtung Bubendorf mit guter Aussicht dank grossen Fenstern. Zu sehen gibt’s draussen vorerst allerdings nicht viel Neues.

Im Bad Bubendorf fällt uns die geänderte Verkehrsführung auf der Strasse auf: Die Rechtsabbieger in Richtung Bubendorf verfügen jetzt mit 150 Metern über eine doppelt so lange Einspurstrecke. Und jene Autofahrer, die von Bubendorf kommen und nach links nach Liestal abbiegen wollen, können das jetzt zweispurig tun. Dies alles, um die Rückstaus in den Spitzenzeiten zu vermindern. Aber eigentlich interessiert uns das nicht gross, denn schliesslich fahren wir WB.

Wer will das alte Bahnhöfchen?

Bezüglich Bahn fällt uns im Bad Bubendorf die verlängerte Doppelspur auf. Sie wie auch ein paar weitere neue, respektive verlängerte Kreuzungsstellen sind ein Versprechen in die Zukunft: Ab dem nächsten SBB-Ausbau-Schritt im Jahr 2025 fährt die WB im 15-Minuten-Takt.

Wir mustern in Bad Bubendorf noch kurz die neuen, uniformen Haltestellen-Zweckbauten und erinnern uns etwas wehmütig an das weit originellere ehemalige Bahnhöfchen, das – Achtung WB-Nostalgiker – bei der BLT noch zu haben ist. Bei der Weiterfahrt fallen uns im Bubendörfer Gewerbegebiet Grüngen auf der rechten Seite (in Fahrtrichtung talaufwärts) zwei neue Abstellgleise entlang der Schienen auf, aber so richtig neugierig schauen wir erst nach der Station Talhaus aus dem Fenster. Bei der Haltestelle Lampenberg-Ramlinsburg gibt es etliche Neuerungen wie BLT-Dienstgebäude, Bus-Wendekreisel und zwei Dutzend Parkplätze für Bahnpendler. Und dann wirds auf der Weiterfahrt Richtung Hölstein richtig spannend.

Linkerhand hat die BLT den Felsen sichtbar abgetragen, rechts hat die Vordere Frenke wegen grösserem Platzbedarf der WB mit Doppelgleis ein neues Bachbett samt Uferzone erhalten. Ja, das Bächlein darf zwischen WB-Trassee und neuem Damm sogar ein bisschen mäandrieren. Eingangs Hölstein steigen wir aus, weil hier Los drei endet. Wir sind ziemlich genau die Hälfte der ganzen WB-Strecke von 13 Kilometern gefahren.

90 von insgesamt 300 Millionen Franken sollen auf diesem Streckenabschnitt verbaut werden, sagte Reto Rotzler, bei der BLT Leiter der Infrastruktur, am Infoanlass in Bubendorf. Baubeginn soll Mitte 2020 sein. Die eigentliche Herkulesaufgabe, die Erneuerung und Erweiterung der Gleise auf Meter-Spur auf der ganzen Strecke, erfolgt im Jahr 2022. In dieser Zeit müssen die WB-Nutzer auf Busse umsteigen, in denen es eng werden dürfte.

Und eng wird es auch in Liestal mit den vielen zusätzlichen Bussen aus dem Waldenburgertal. Deren Endstation soll vor dem Gerichtsgebäude beim Bahnhof sein.