«Es hat zuerst geknallt und dann kam das Wasser schubweise», sagt Heinz Kohler, Landwirt auf dem Sulzhof ob Muttenz. Eine 25 Meter hohe Fontäne trat vor einer Woche etwas oberhalb seines Hofes aus einem alten Bohrloch für die Salzgewinnung. Rund 500 Kubikmeter Salzwasser (Sole) gelangten in die Umwelt. «Es war wie ein Vulkanausbruch. Zuerst gab es mehrere Wassereruptionen», so Kohler. Danach über Stunden der meterhohe Wasserstrahl.

Eine Woche später sind die Folgen des Bohrlochausbruchs noch deutlich zu sehen. Mehrere Kisten voller Sandsäcke stehen noch herum. Ein Rinnsal schlängelt sich zwischen braunen Erdmassen hindurch. Das Bächlein führt nur noch leicht salziges Wasser. Die Bäume in der Nähe des Bohrlochs tragen verdorrte Blätter, fast wie im Herbst. Und auch weiter unten am Bachbett sind die Weiden verdorrt: Folgen des Salzwasser-Geysirs.

Ursache ist weiterhin ein Rätsel

Bereits seit letzter Woche wird Erdreich abgetragen. Die Hitze verzögert die Arbeiten jedoch. «Der Strassenbelag kann wegen der grossen Hitze nicht den ganzen Tag belastet werden», sagt Nicole Riethmüller, Leiterin Unternehmenskommunikation der Schweizer Salinen AG. Eine rund zehn Zentimeter dicke Erdschicht wird momentan abgetragen. Danach wird mit neuem Humus aufgefüllt.

Und auch auf dem Hof, den Heinz Kohler zusammen mit seinem Bruder Beat bewirtschaftet, wird wegen des Sole-Geysirs gearbeitet. Ein Löschwasserbecken muss vom Salz befreit werden. Denn das Salzwasser gelangte über einen kleinen Bach in das Becken. «Im Sommer entnehmen wir daraus auch mal Wasser für die Kulturen», sagt Beat Kohler.

Das sei eben jetzt kurzfristig nicht möglich, aber auch nicht nötig. Das Salz habe sich auf dem Boden des Tanks abgesetzt, sagt Heinz Kohler. Und weil es ein Überlauftank ist, würde das Salz nach und nach in den Bach fliessen, wenn der Tank nicht geputzt würde. Kein Zustand, sind doch schon Lebewesen im Bach dem Salzwasser zum Opfer gefallen.

Auch eine Woche nach dem Ausbruch weiss die Schweizer Salinen AG nicht, warum es zum Ausbruch kam. In der vergangenen Woche wurden sogenannte Nivellementmessungen durchgeführt. Mittels dieser Höhenmessungen werde untersucht, ob sich das Gelände verändert haben könnte, sagt Riethmüller.

Noch in dieser Woche seien Nachmessungen im Gange, so auch gestern Nachmittag. Zudem werde mit Echolotmessungen in der nächsten Woche die Sole-Kaverne im Untergrund untersucht. «Mit ersten Teilresultaten rechnen wir zu Beginn der nächsten Woche», erklärt Nicole Riethmüller.

Weiterhin unklar ist auch die Schadenssumme, die auf die Rheinsalinen AG zukommt, wie Riethmüller ausführt. «Die Schweizer Salinen übernehmen aber unabhängig von einer allfälligen Haftpflichtfrage sämtliche Kosten.»