In Dornach schickt sich die Migros Basel an, einen historischen Fehler zu korrigieren: Als sie Ende der 1980er-Jahre am Wollmattweg unweit des Bahnhofs eine neue Filiale baute, richtete sie den Eingang Richtung Osten, also Richtung Dorf, aus. Seither ist allerdings im Westen einiges passiert. So ist der ehemals etwas verschlafene Bahnhof zu einer Verkehrsdrehscheibe für das Birstal ausgebaut und viel attraktiver geworden. Zudem ist vor wenigen Jahren in unmittelbarer Nachbarschaft zur Migros, aber ebenfalls in deren Rücken, das Neue Theater am Bahnhof gebaut worden. Resultat: Der Supermarkt mit seiner an sich völlig intakten Bausubstanz liegt aus Sicht der vielen Bahnhofnutzer um 180 Grad verkehrt in der Landschaft.

Nun will die Migros das gerade einmal 30 Jahre junge Gebäude abreissen. Der Neubau an selber Stelle trägt der Entwicklung der Pendlerströme Rechnung und öffnet sich Richtung Bahnhofstrasse und Ostausgang des Bahnhofs. Das Siegerprojekt eines Studienauftrags zur Arealentwicklung steht nun fest, wie die Migros Basel als Bauherrin und Eigentümerin, die Gemeinde Dornach und das Alters- und Pflegeheim Wollmatt (APH) als designierte langfristige Mieterin gemeinsam mitteilen. Die BGM Architekten GmbH mit Sitz in Basel treibt den Neubau nun voran. Dieser soll neben einer Migros-Filiale im Erdgeschoss ein Fitnesscenter im ersten Stock, zusätzliche Betten fürs APH sowie weitere altersgerechte Wohnungen in den Obergeschossen enthalten. 

Mehr Betten fürs Altersheim

Die prämierte Studie sieht einen treppenartigen Bau vor, der sich im Westen mit drei und im Osten mit vier Geschossen in die umliegenden Strassenräume einfügt. Der mittlere Gebäudeteil wird als «mehrgeschossig» beschrieben und gemäss Modell in etwa doppelt so hoch. Die Verkaufsfläche der Migros-Filiale wird gegenüber heute nicht vergrössert. Flächenmässig profitieren soll nicht zuletzt das Alters- und Pflegeheim Wollmatt. Laut Stiftungsratspräsidentin Evelyn Borer sollen dort in etwa 20 neue Betten entstehen. Da das APH zugleich die unattraktiven Zweibettzimmer abschafft, wird das Bettenangebot unter dem Strich von knapp 70 auf etwa 80 erhöht. Laut Borer würde das APH die Alterswohnungen im Rohbau mieten und den Ausbau dann selber finanzieren.

Die nötige Zonenplanänderung muss von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden. Wegen der Nähe zum Kloster dürfte wohl auch der Denkmalschutz ein Wörtchen mitreden. Das Bewilligungsverfahren ist auf zwei Jahre veranschlagt. Kommt nichts in die Quere, wird die neue Migros samt erweitertem Altersheim 2021 eröffnet.