Ugur Karaca ist enttäuscht. Ihm wurde als Pächter des Restaurants z’Mischeli von der Center-Verwaltung gekündigt. Mit dem Restaurant verliert das Einkaufszentrum in Reinach Nord einen weiteren Anziehungspunkt.

Karaca musste mit der Kündigung rechnen, zahlte er doch laut eigener Aussage während eineinhalb Jahren keine Miete mehr. Er hatte seine Gründe: Ende 2013 kam es zum Treffen zwischen Verantwortlichen der Eigentümerin der Liegenschaft, der Realstone SA aus Lausanne, der Verwaltung H&B Real Estate AG aus Zürich und ihm persönlich.

«Laufkundschaft fehlt»

«Per Handschlag wurde ein Nachtrag auf den laufenden Mietvertrag mit einer Mietzinsreduktion ab Januar 2014 vereinbart.» Karaca habe um neue Einzahlungsscheine und vor allem um den revidierten Vertrag gebeten. Vergeblich.

Auch die Eigentümerin habe nicht reagiert, als er ihr alle E-Mails, die er der Verwaltung geschickt hatte, zusandte. «Ich war nicht bereit, den bestehenden Mietzins weiterzuzahlen», erklärte Karaca. Dass ihm jetzt so plötzlich gekündigt wurde, habe ihn überrascht, habe er doch nie eine Mahnung erhalten.

Ugur Karaca konnte mit dem Restaurant wirtschaftlich überleben, hätte sich aber mehr Gäste gewünscht. «Es fehlt an Laufkundschaft im ganzen Mischeli.» Der Ladenmix stimme nicht. Es fehle ein Gesamtkonzept. Alle Geschäfte agieren für sich allein. «Seitens der Verwaltung und der Eigentümerschaft wird nichts für die Attraktivität des Centers unternommen», klagt Karaca.

Im März 2015 verschwand bereits der Kiosk. Die Inter-GGA, seit einem Jahr mit einen Shop im Mischeli präsent, zieht sich auf Ende Jahr wegen zu geringer Laufkundschaft und aufgrund der Passivität der Verwaltung aus dem Center zurück. «Es fehlen eine qualitativ hochwertige Gastronomie sowie ein ausgewogener Ladenmix», erklärt Sprecherin Svenja Steinbrücker.

Mit Sutter-Begg begann alles

Ähnlich tönt es bei Daniela Reith, Geschäftsführerin der Liechti Apotheke: «Der Ladenmix ist nicht optimal. Wir sind auch auf Kundschaft angewiesen, die durch die anderen Center-Geschäfte angezogen wird.» Der Abgang des Sutter Begg im vergangenen Jahr sei ein Schlag für alle gewesen, weil er sehr viele Leute angelockt habe, sagt Reith.

«Es fehlt mir ein Gesamtkonzept für das ganze Center, das auch die Bedürfnisse des Quartiers berücksichtigt. Ich wünschte mir, dass sich die Verwaltung mehr engagiert und mehr Interesse zeigt.» Beispielhaft dafür sei das Garagentor zur Einstellhalle. Dieses ist seit zwei Monaten defekt. Der Abwart habe die Verwaltung informiert. Passiert ist bisher nichts.

Etwas mehr Leben im Mischeli-Center erhofft sich Daniela Reith zwar durch die neu eröffnete Kindertagesstätte «Familea». Um substanziell mehr Kunden anzulocken, brauche es aber mehr vermietete Ladenflächen, sagt sie.

Neue Kindertagesstätte

Für die Kita sei das Mischeli ideal, betont «Familea»-Sprecher Dominik Joos. «Das Mischeli-Center ist bestens erschlossen und wir können hier mitten in einem Quartier, in dem viele Familien wohnen und sich auch viele Arbeitsplätze in der Nähe befinden, eine moderne Kita eröffnen.» Ähnlich positiv tönt es bei Nicola Fontana mit ihrem Yoga-Angebot. «Zu mir kommen die Leute, weil sie genau zu mir wollen. Es läuft wirklich gut im Mischeli, das mit dem Auto und mit dem öV optimal erreichbar ist.»

Keine Wegzugsgedanken gibt es bei der Migros. «Wir hoffen, dass der Standort nach den abgeschlossenen Bauprojekten im Mischeli-Quartier künftig stärker frequentiert wird», sagt Nadine Kleiber von der Migros Basel. Investieren in die eigene Filiale wolle die Migros in naher Zukunft aber nicht, fügt Kleiber an.