Den bundesrätlichen Segen hat der FHNW-Neubau jedenfalls: Von seinen Amtskollegen habe niemand etwas gegen seinen Auftritt in Muttenz gehabt, scherzte Johann Schneider-Ammann. Deshalb könne er seine Grüsse und Glückwünsche getrost im Namen des Gesamtbundesrats überbringen. Die witzige, mit viel Selbstironie gespickte Ansprache des Magistraten bildete den Abschluss des offiziellen Festakts der mehrstündigen Eröffnungsfeier am Montagabend. Danach nahmen der Wirtschaftsminister, die beiden Baselbieter Regierungsrätinnen Monica Gschwind und Sabine Pegoraro sowie FHNW-Direktionspräsident Crispino Bergamaschi und der Muttenzer Gemeindepräsident Peter Vogt das Durchschneiden des Bandes vor.

Was in allen Ansprachen des Eröffnungsakts zum Ausdruck kam: der Stolz und die Freude über den architektonisch gelungenen Bildungsleuchtturm. Bildungsdirektorin Gschwind überreichte Bergamaschi eine vergoldete Schaufel, damit die FHNW in Zukunft die reiche Goldader an Wissen kräftig abbauen möge, zum Wohle einer hochstehenden Berufsbildung. Daneben bekam der Direktionspräsident den symbolischen Schlüssel in Form eines grossen Kuchens überreicht.

So sieht der neue FHNW-Campus in Muttenz aus

So sieht der neue FHNW-Campus in Muttenz aus

Schliesslich sprach Gemeindepräsident Vogt dem Baselbieter Kantonsarchitekten Marco Frigerio den «Polyfeld-Oscar» zu, eine Holzstatuette, für die städteplanerisch vorbildliche Bespielung des Muttenzer Entwicklungsgebiets. Frigerio erinnerte an den langen Entstehungsprozess, «drei Jahre Vorbereitung, drei Jahre Planung, drei Jahre Bauzeit», und die vielen architektonischen Herausforderungen, die es zu meistern galt. So habe nicht zuletzt ein Swingerclub dem «wundervollen Bauwerk» der Fachhochschule «ersatzlos» weichen müssen. Laut Bergamaschi erhielt das Kürzel FHNW an diesem Tag eine ganz neue Bedeutung: «Freude herrscht in der Nordwestschweiz.» Die Anwesenheitsliste gestern an Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Bildung und Kultur war so lang, dass Gschwind die Lacher auf ihrer Seite hatte, als sie als Rednerin gar nicht mehr aufhören wollte, all die Prominenten mit ihren Titeln aufzuzählen. 

Fantastische Akustik

Im an den offiziellen Festakt anschliessenden Unterhaltungsteil konnte das weiträumige Foyer unter anderem seine fantastische Akustik unter Beweis stellen. Die von einem gemischten Chor der FHNW und Gym Muttenz dargebrachten Stücke, so Carl Orffs Eröffnung der «Carmina Burana», klangen besonders eindrucksvoll, so dass bald schon das Wort von einer möglicherweise neuen Spielstätte für das Basler Symphonieorchester die Runde machte. Der bekannte Allschwiler Zirkusartist und ehemalige Sportklassenschüler Jason Brügger bildete mit seiner bestechenden Luftseilakrobatik an den Strapaten einen weiteren Programmhöhepunkt. Die Bildungsdirektorin hatte viel Wert darauf gelegt, dass im Rahmenprogramm der Eröffnungsfeier die Show-Acts einen Zusammenhang mit der Berufsbildung aufwiesen. Schliesslich standen für das Buffet auch angehende Köchinnen und Köche der Berufsfachschule neben der Equipe des «Bad Bubendorf» im Einsatz. 

Die Bilder von der Eröffnung: