«Wir haben gerade 435 Unterschriften auf der Gemeindeverwaltung abgegeben», sagte Jakob Baader gestern Nachmittag. Er ist Mitglied des Referendumkomitees. Das Referendum wehrt sich gegen den Baukredit von rund 18 Millionen Franken für ein neues Hallenbad, der an der Gemeindeversammlung vom 29. Juni genehmigt wurde. «Die erste Hürde haben wir damit geschafft», sagt Baader.

Noch am Donnerstag war unklar, ob die Mindestanzahl der Unterschriften zusammen kommt. Laut Baader sind die letzten gestern Morgen noch eingetroffen. Kritikpunkt am Projekt sei nicht das Hallenbad, sondern dass Gelterkinden alleine für das berechnete Defizit von rund einer Million Franken pro Jahr aufkommen soll. Das Komitee ist der Meinung, dass sich die umliegenden Gemeinden, die das Bad ebenfalls nutzen würden, an den Kosten beteiligen sollten.

410 Unterschriften innert 30 Tagen, so lautete die Vorgabe an das Referendumskomitee. Am letzten Tag der Sammelfrist hat das Komitee nun 25 zu viel. Zehn Prozent der stimmberechtigten Gelterkinder haben sich damit gegen den Neubau des Hallenbads ausgesprochen. Ob das Referendum offiziell zustande kommt, wird die Prüfung der Unterschriften zeigen. Baader erwartet den Entscheid anfangs nächster Woche.

Baustart frühestens im 2017

«Das ist Demokratie»: So reagiert Remo Bossert, Präsident der Gelterkinder Baukommission zum Neubau des Hallenbads, zu den gesammelten Unterschriften. Er könne verstehen, dass eine Investition von fast 20 Millionen Franken auch Gegner habe. Es sei aber schade, dass das Referendumskomitee keine neuen Argumente angebracht habe. «Vor vier Jahren hätten sie die Bremse ziehen müssen», sagt Bossert. Also noch vor der Bewilligung des Planungskredits von 1,6 Millionen Franken. Jetzt habe man dieses Geld bereits für die Projektierung ausgegeben und Werkverträge mit Bauunternehmen abgeschlossen. Diese seien nun nicht rechtskräftig, weshalb die Gemeinde die Kosten für den Bau des Hallenbads erneut aushandeln müsste, falls die Gelterkinder im September an der Urne Ja zum Neubau sagen würden.

«Jetzt müssen wir erstmals alle Planungsarbeiten stoppen», sagt Bossert. Die Bauverträge sähen den Baustart für Mitte September vor. «Dieser Termin verschiebt sich nun. Wir können frühestens im neuen Jahr mit den Bauarbeiten beginnen», sagt der ehemalige Gemeinderat von Gelterkinden. Diese Verzögerung verursache nun Mehrkosten für Gelterkinden. Auch könne es sein, dass die Bauunternehmen bei einer erneuten Kostenplanung mehr fordern würden, da die Gemeinde den Vertrag nicht hatte einhalten können.

«Ich bin sonst kein Optimist, aber mein Gefühl sagt mir, dass das Referendum an der Urne scheitern wird», sagt Bossert. Die Urheber des Referendums hätten die Unterschriften nur «mit Ach und Krach» zusammenbekommen. An der Urne gewinne dann die Seite, die die besseren Argumente vorbringe. «Ich stehe voll und ganz hinter dem Projekt», so Bossert. Das Hallenbad verfüge über alles, was es brauche, sei aber «keine Luxusausführung oder ein Prestigebau». Die Reaktionen, die er aus der Gemeinde erhalte, zeigten, dass sich eine Mehrheit der Gelterkinder für den Neubau des Hallenbads ausspreche.