Noch hat der Landrat die Vorlage nicht behandelt, und auch die Finanzierung ist mangels Bundesbeschluss keineswegs in trockenen Tüchern: Die Verlängerung der Tramlinie 14 von Pratteln via Grüssen bis Augst ist noch immer im Planungsstadium. Doch Sorgen bereitet dennoch schon der Verkehrsfluss: Der FDPler Urs Baumann wollte am Montag im Prattler Einwohnerrat mit einer Interpellation vom Gemeinderat wissen, was er unternehme, damit die Tramverlängerung nicht ebenerdig über die Hohenrainstrasse führe und so den Autoverkehr behindere.

Kosten von 10 oder 26 Millionen

Tatsächlich stellt der Kanton zwei Varianten zur Diskussion: Entweder soll das Tram in Tieflage durch einen 240 Meter langen Tunnel die Hohenrainstrasse unterqueren, oder aber ebenerdig den Kreisel kreuzen. Eine Ampel würde dabei jeweils den Autoverkehr stoppen, geplant ist ein Tramverkehr im 7,5-Minutentakt. Diese Variante kostet rund zehn Millionen Franken, die Tramunterführung hingegen 26 Millionen Franken. Gemeindepräsident Stephan Burgunder betonte, bereits der frühere Gemeinderat habe sich in den Vernehmlassungen jeweils für die Variante Tieflage ausgesprochen. Auch an der vorberatenden Landrats-Kommissionssitzung Anfang Februar habe er dies bekräftigt.

Burgunder will Tunnellösung

Urs Baumann betonte auch, die Firma Glatt benötige bei der ebenerdigen Variante alternative Standorte. Tatsächlich ist laut Kanton allerdings bei beiden Varianten ein Abbruch des Firmengebäudes an der Kraftwerkstrasse nötig. Auch benötige der Kreisel durch den wachsenden Verkehr künftig eine Unterführung für die Entflechtung des Autoverkehrs (wie sie etwa die Basler Nauenstrasse bereits bietet), dies würde durch eine unterirdische Führung des Trams massiv aufwendiger, warnt der Kanton in der Vorlage. Auch sei die ebenerdige Tramführung städtebaulicher besser.

Stephan Burgunder hingegen betonte, die Tramunterführung sei für Pratteln klar die bessere Variante. Die Landratskommission will es genauer wissen und hat Ende März einen Augenschein beim Kreisel angesetzt: Burgunder sagte, er werde bei dieser Gelegenheit erneut auf die Tunnellösung hinwirken. Wann die Vorlage in den Baselbieter Landrat kommt, ist noch unklar.