Die Elektra Baselland (EBL) hat 2017 in all ihren Sparten ein gutes Ergebnis erzielt. «Wir stehen finanziell gesund da», freute sich Verwaltungsratspräsident Erich Geiser an der Bilanzmedienkonferenz. Er wies aber auch auf die «schwierigen Umstände» hin; die anhaltend tiefen Energiepreise lassen die Margen schrumpfen.

Dass die EBL-Gruppe auf solider Basis steht, ist dem langfristigen Vorausschauen der Unternehmensspitze zu verdanken. CEO Urs Steiner, der letztmals Bilanz gezogen hat und sich auf Mitte Jahr altershalber zurückzieht, verdeutlichte das an einem Beispiel: In den Jahren 2015 bis 2017 waren die Umsätze geringer als 2014. «Wir hatten ab 2000 ein brutales Wachstum», erklärte Steiner. Der Umsatz stieg von 80 Millionen Franken auf fast eine Viertelmilliarde im Jahr 2014. Das könne man nicht einfach so verarbeiten. «Wir mussten bremsen.» Sie könnten ein Top-Unternehmen übergeben, sagte Steiner. Dessen Stellvertreter Beat Andrist wird nächstes Jahr in Pension gehen. Andrists Sohn Tobias folgt Anfang Juli auf Steiner als CEO.

Der Umsatz von 218,9 Millionen Franken war 2017 fast gleich hoch wie im Vorjahr, der Strom machte mit 43 Prozent den Löwenanteil aus, gefolgt von Netz (26 %), Telekommunikation (18 %) und Wärmecontracting (13 %). Letztere beiden Bereiche erweisen sich gerade in einer Phase der geringen Strommargen als wichtige Stützen. Der Jahresgewinn sank um 2,7 auf 18,1 Millionen. Finanzchef Alain Jourdan warb, die EBL biete effiziente Leistungen zu tiefen Preisen und sei stets innovativ. «Aber die Herausforderungen bleiben.»

Wind in Berlin, Sonne in Spanien

Von den rund 900 Energieunternehmen in der Schweiz sieht sich der Liestaler Dienstleister in den ersten 20. Die EBL-Gruppe ist nicht nur einer der grössten Player in der Region, sie ist auch an Projekten für erneuerbare Energien im In- und Ausland beteiligt. In Deutschland an einer Windkraftanlage bei Berlin, wo die EBL bis in zwei, drei Jahren 150 Millionen Euro investiert. Oder in Spanien an einem Solarkraftwerk, das seit fünf Jahren in Betrieb ist. «2017 war dort unser bisher bestes Jahr», verkündet Steiner mit Stolz. 14,1 Millionen Euro Umsatz warfen einen Gewinn von 2,2 Millionen ab.

Die gegen starke Konkurrenz zugesprochenen und zu entwickelnden Grosswärmeverbünde des Gemeindeverbands ARA-Worblental (Bern, Zollikofen, Ittigen) und des Fernwärmeverbunds Opfikon/Kloten sowie der weitere Ausbau der Energieschiene Ergolztal von Pratteln bis Gelterkinden wird die schweizweit führende Position der EBL in Entwicklung, Bau und Betrieb von Fernwärmeanlagen für Gemeinden weiter verstärken.

Mit 250 Kabelnetzen bedient die EBL 87 300 Kunden. Deren Zuwachs lag letztes Jahr beim Internet bei 6,3 Prozent, bei der Telefonie bei 12,9 Prozent.