«Caspar Baader ist für uns nicht wählbar.» Schon am Tag, an dem die Ständeratskandidatur des Gelterkinder SVP-Manns bekannt gegeben wurde, war für CVP-Parteipräsidentin Sabrina Mohn klar, dass die Mitte-Parteien bei den nationalen Wahlen vom 23. Oktober mit einer eigenen Kandidatur antreten müssen. Gemäss Recherchen der bz steht nun seit Samstagmorgen fest, dass die CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider als Mitte-Kandidatin gegen Caspar Baader und den bisherigen SP-Ständerat Claude Janiak zu den Ständeratswahlen antreten soll.

«Wenn die Parteibasis mich möchte, stehe ich zur Verfügung», bestätigt Elisabeth Schneider. Den definitiven Beschluss muss also der Parteitag am kommenden Donnerstag fassen. «Wir wollen nicht, dass es so herauskommt wie in Basel-Stadt.»

Schneider hofft auf die Mitte

Die Biel-Benkemerin spielt auf die Basler Ständeratskandidatur von Sebastian Frehner gegen die bisherige SP-Ständerätin Anita Fetz an: Nachdem die Parteileitung der CVP dem SVP-Nationalrat ihre Unterstützung zugesichert hatte, sprach sich der Parteitag unverhofft dagegen aus (die bz berichtete).

Nach dem CVP-Nein distanzierten sich auch die übrigen bürgerlichen Partner FDP und LDP von der SVP. Die Freisinnigen entschieden sich anschliessend sogar dafür, einen eigenen Kandidaten, ihren Präsidenten Daniel Stolz, in den Wahlkampf zu schicken.

Schneider hofft auf die uneingeschränkte Unterstützung der anderen drei Mitte-Parteien EVP, BDP und GLP. Erste Gespräche hätten bereits stattgefunden, weitere seien noch geplant. Doch auch in diesem Fall sei die Meinung der Basis entscheidend, bemerkt die Nationalrätin. Auf die BDP kann die CVP jedenfalls sicher zählen. Denn die letzte Parteiversammlung hat den Vorstand autorisiert, punkto Ständeratskandidatur eigenständig zu entscheiden.

«Valable Kandidatin»

Deshalb sagt BDP-Parteipräsident Dieter Widmer entschlossen: «Es braucht einen Kandidaten aus der bürgerlichen Mitte, und Elisabeth Schneider ist eine valable Kandidatin.» Etwas vorsichtiger äussert sich indes die EVP-Landrätin Elisabeth Augstburger: «Ich könnte mir Elisabeth Schneider sehr gut als Kandidatin vorstellen, aber das letzte Wort hat die Parteibasis.» Die Generalversammlung der EVP findet am Freitag statt. Die Grünliberalen treffen ihren Entscheid am 18. Mai.

Offen ist nach wie vor, ob die CVP-Kandidatur auch von den Freisinnigen getragen wird. «Es wäre schön, wenn wir auch die FDP gewinnen könnten», sagt Schneider. Sie weiss aber, dass die Partei nach dem Debakel bei den kantonalen Wahlen «stark mit sich selber beschäftigt ist». FDP-Parteipräsident Michael Herrmann war nicht erreichbar.

Zu ihren Chancen meint Elisabeth Schneider: «Eine Mitte-Kandidatur ist ein Novum, das Erfolg haben könnte.» Ein weiterer Vorteil der 47-jährigen Politikerin gegenüber ihren Mitstreitern Caspar Baader und Claude Janiak könnte sein, dass sie eine Frau ist. Die ehemalige Landratspräsidentin hofft ausserdem, Wähler aus dem linken Flügel zu erreichen. Eins steht aber jetzt schon fest: Die Chancen der CVP, ihren wackeligen Nationalratssitz zu halten, steigen mit einer Ständeratskandidatur.