Die Milch war Mitte Juni für Regio Milch endgültig sauer. 13 Mitarbeitende verloren auf Ende Monat ihre Stelle bei der regionalen Molkerei. Seither stehen die Maschinen in der Milchverarbeitungsfirma still. Was damals niemand wusste: Nachdem im Juni der Verwaltungsrat der Regio Milch beider Basel AG beim Bezirksgericht Liestal Konkurs hatte anmelden müssen, konnte Sachwalter Urs Baumann dort einen Konkursaufschub erkämpfen. «Ich habe meine Vision an eine Rettung der Regio Milch nie aufgegeben», sagt Baumann gegenüber der bz.

Molkerei genoss Priorität

Unter Ausschluss der Öffentlichkeit hat Baumann weitere Kaufangebote geprüft. «Es gab einige Interessenten, auch eine Offerte für einen Lagerhallen-Umbau lag vor», erklärt Baumann.

Er habe stets für einen Molkereibetrieb gekämpft, da es aus seiner Sicht wichtig ist, dass man einen solchen in der Region behalten könne.

Die Gespräche mit dem Luzerner Milchverarbeiter Emmi wurden erst im Juli geführt. Am Anfang dieser Woche wurde die frohe Botschaft publik: «Emmi hat einen Kaufvertrag für das Grundstück, das Gebäude und die Produktionsanlagen der ehemaligen Regio Milch beider Basel AG in Frenkendorf unterzeichnet», war in der Medienmitteilung zu lesen.

Der Miba beteiligt sich dabei als Minderheitsaktionär. Über den Kaufpreis haben die Vertragsparteien Stillschweigen vereinbart. Gewiss ist jedoch, dass Emmi keine Passiven übernimmt.

Miba-Präsident Daniel Jenni freut sich über die Zusammenarbeit: «Mit Emmi wissen wir einen führenden Milchverarbeitungskonzern an unserer Seite.» Die Miba hat bereits im Juni der Regio Milch ein Angebot vorgelegt, konnte wegen eines Pfandgläubigers, der nicht auf seine Forderungen verzichten wollte, nicht darauf eingehen. Umso erfreuter zeigt sich Jenni nun über die verspätete Kooperation: «Wir haben weiter nach Lösungen gesucht und nun eine umsetzbare gefunden.»

Mitarbeiter können sich melden

Diese kommt für die 13 entlassenen Mitarbeiter zu spät. Nicht nur Sachwalter Baumann und Miba-Präsident Jenni bedauern dies. Esther Gerster, Leiterin der Emmi-Konzernkommunikation, meint: «Die ehemaligen Regio Milch-Mitarbeiter dürfen sich gerne bei Emmi bewerben. Wir schaffen rund 20 Stellen.»

Die turbulente Regio-Milch-Geschichte war am Luzerner Milchverarbeiter nicht unbemerkt vorbeigegangen. Doch war es Emmi nach dem Kauf der Käse-Herstellerin Fromalp im vergangenen April wichtig, «die Integration dieses deutschen Unternehmens aus der Region Bern seriös durchzuführen». Obwohl Emmi im Schweizer Milchmarkt federführend ist, sei es dem Konzern laut Gerster ein Anliegen, in Frenkendorf auch weiterhin regionale Milchprodukte herzustellen.

Bereits im nächsten Frühjahr will Emmi im Baselbiet Milch, Rahm und Joghurt herstellen, zum grössten Teil mit Milch aus der Region. Zuvor investieren Emmi und Miba rund zwei Millionen Franken in die Anlagen.

Die Wettbewerbskommission (Weko) sieht derzeit keinen Handlungsbedarf. Da die Firma Regio Milch beider Basel AG in Konkurs gehen wird und es so nicht zu einem Unternehmenszusammenschluss kommt, der meldepflichtig sei, sieht die Weko laut Sprecher Patrik Ducrey kein Problem. Man müsse die genauen Umstände nach Geschäftsaufnahme prüfen.