Es war weder Shaqiri noch Fink. Die «relevante» Information des FC Basel der sehr kurzfristig anberaumten Pressekonferenz drehte sich um die Vereinsstruktur.

Übergabe des Präsidiums

So gibt Gigi Oeri das Präsidium auf Ende 2011 an Bernhard Heusler ab. Der 47-Jährige, welcher derzeit Vize-Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates ist, soll an einer ausserordentlichen Generalversammlung im Januar 2012 zum neuen Präsidenten gewählt werden. Interessant: Im Rahmen der Nachfolgeregelung werden auch die Aktienanteile in Oeris Besitz an Heusler übertragen. Es handelt sich um 90 Prozent der FCB-Holding. Die Holding war für den Ausgleich eines allfälligen Verlustes aus dem Profibetrieb ins Leben gerufen worden.

Der designierte Präsident des FC Basel, Bernhard Heusler. Im Hintergrund die abtretende Gigi Oeri.

Der designierte Präsident des FC Basel, Bernhard Heusler. Im Hintergrund die abtretende Gigi Oeri.

Medial gut gewählter Zeitpunkt

Faktisch hatte Gigi Oeri die operative Leitung bereits vor zwei Jahren Bernhard Heusler übertragen. Somit ist der heutige Schritt nur noch Formsache. Die gelernte Physiotherapeutin hatte zudem mehrmals erwähnt, dass sie zurücktreten werde, sobald der Nachwuchs-Campus eine fixe Sache sei und der Fussball-Club wirtschaftlich auf stabilen Beinen stehe.

Ersterer war seit mehreren Jahren Oeris Projekt, um beim FCB die Nachwuchsförderung zu forcieren. Daher behält sie auch die «Stiftung Nachwuchs-Campus Basel» und die soziale Stiftung «Scort» trotz Abgabe des Präsidiums unter sich. Zusammenfassend ist der Zeitpunkt der Information, eine Stunde vor dem Spatenstich, medial sehr gut gewählt.

Von den Fans wird die Meldung unterschiedlich aufgenommen. So trauern diese einerseits einer kompetenten und vor allem finanziell potenten Frau nach. Für andere lag der Schritt in Anbetracht des Campus-Spatenstichs von heute Vormittag nahe.

Ende eines Mäzenatentums

Gigi Oeri war insgesamt zwölf Jahre beim FCB engagiert. Nahezu fünf Jahre war sie als Vorsitzende der Aktiengesellschaft tätig. In der Oeri-Ära gewann der Club insgesamt elf Titel und spielte viermal in der Champions League.

Die als Mäzenin des FC Basels bekannte Frau heiratete einst einen Erben des Basler Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche. Gemäss des «Bilanz»-Ratings gehört die Familie zu den reichsten Familien der Schweiz. Mit dem Geld und den Kontakten brachte sie den FCB wirtschaftlich vorwärts.