«Endlich!» Ernst Schneider, Betriebsleiter der Skilifte Langenbruck, ist die Erleichterung in diesem einen schlichten Wort bestens anzuhören. Endlich Schnee und das auch noch zur besten Zeit. «Besser hätten wir es uns tatsächlich nicht wünschen können», ergänzt er. Zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn man sich hierzulande ein paar Tage freinimmt, ohne in die Ferien zu fahren, kommt die verschneite Abfahrt um die Ecke gerade recht.

Das sagte sich auch Christian Liechti aus Münchenstein. Gemeinsam mit seinem Sohn fuhr er die halbe Stunde vom Unterbaselbiet nach Langenbruck, um etwas Schnee unter die Kanten zu bekommen. «Mein Sohn ist Anfänger, das nahe Langenbruck ist dafür perfekt. Und es ist verglichen mit den anderen Skigebieten sehr günstig», meint Liechti.

Run auf die beiden Skilifte

25 Franken kostet die Karte unter der Woche, 30 am Sonntag, 5 Franken die Einzelfahrt. Zwei Schlepplifte stehen bereit. Sie brachten gestern rund 800 Schneesportbegeisterte hoch auf über 900 Meter über Meer, wo ein knapper halber Meter Schnee Skifahrer und Snowboarder jubeln lässt. 25 Zentimeter Schnee liegen rund um die Talstation Untere Wanne, wo Franco Gizzo Anfängern, Unbedarften und alten Bekannten mit einem markigen Spruch den Bügel anreicht. «Ciao Franco», brüllt es dann erfreut, und dieser entgegnet dem grüssenden Rentner lachend: «Dir muss ich ja sowieso helfen.»

«Die Stimmung hier ist speziell gut.» Betriebsleiter Schneider ist gerade selbst mit den Brettern von der Bergstation hinabgebraust, unterhalb von Bärenwil schweben Langläufer scheinbar schwerelos über die Loipe. Oft ergäben sich sehr persönliche Gespräche mit Besuchern, erzählt er. So wie am Dienstag, als eine Skifahrerin schwelgte, wie sie auf diesem Hang als Kind die ersten Schwünge in den Schnee gezogen hatte. «Viele», erzählt Schneider, «lernen bei uns Skifahren.»

Immer mehr Autofahrer suchen rund um die Talstation nach Parkmöglichkeiten, die Plätze am Lift sind längst vergeben, die Strassen sind verstopft. Als um 13 Uhr der Lift ansprang, wartete bereits eine beachtliche Schlange vor dem Kassenhäuschen – trotz Schneefall und längst nicht perfekten Bedingungen. Es sollte nämlich noch ein, zwei Nächte weiterschneien in Langenbruck, damit wirklich genug Schnee liegt. Das zumindest wünscht sich Anbügler Franco Gizzo.

Besucher aus Norddeutschland

Während Eltern ihre Kinder auf Snowboards und Skis anleiten und Schlittler unentwegt den Hang hochkraxeln, sticht aus all dem Weiss plötzlich ein grellgelber Skifahrer heraus. Mike Imhof aus Bubendorf hat die Talabfahrt unter die Bretter genommen, stellt sich sofort wieder an die anhaltend lange Schlange vor dem Lift und jubiliert: «Das ist wie ein Tag in den Ferien.» Genauso geht es den zwei Freunden aus Lemgo in Norddeutschland. Sie verschlägt es nicht etwa nach Davos oder Grindelwald, um dem Schneesport zu frönen, sondern ins beschauliche Langenbruck. «Wir besuchen eine Freundin – sie hat nicht zu viel versprochen.»

Langenbruck ist die perfekte Adresse für Anfänger und all jene, die sich vor den Skiferien wieder erst ans kalte Weiss und die gewachsten Bretter gewöhnen wollen, ohne dafür durch die halbe Schweiz fahren zu müssen. Ernst Schneider weiss: «Und die grossen Skigebiete sind erst noch dankbar, dass wir sie entlasten können.» Diese Tage ist hier so viel los wie seit langem nicht mehr. Im vergangenen Winter nahm der Lift seinen Betrieb überhaupt nicht auf. Einen besseren Zeitpunkt hätte sich der Schneefall aus Schneiders Sicht also nicht aussuchen können. Schneit es beispielsweise erst Ende Februar, profitiert Langenbruck kaum noch, denn: «Dann wollen die Leute Fasnacht machen.»