Er hat sich von seinen Teamkollegen verabschiedet, das Trainingslager verlassen und ist auf dem Weg nach Istanbul: die Rede ist von Endogan Adili. Der 19-Jährige Mittelfeldspieler vom FC Basel wechselt zu Galatasaray Istanbul. Ganz fix ist es zwar noch, doch müssen nur noch die Formalitäten geklärt und der Medizincheck absolviert werden.

Adili wäre nach Izet Hajrovic bereits der zweite Akteur aus der Super League, der seine Unterschrift unter einen Vertrag beim türkischen Gross-Klub setzen würde. Während Hajrovic sich mit starken Leistungen bei GC empfehlen konnte und somit das internationale Inzeresse auf sich zog, überrascht der Wechsel Adilis eher. Beim FC Basel konnte sich Adili, der türkische Wurzeln hat, nie durchsetzen und kam über die Rolle des Ergänzungsspielers nie hinaus.

Verschärfte Ausländerregelung

Doch woher stammt das plötzliche Interesse aus der Türkei? Bereits im Juni 2012 verkündete der türkische Fussballverband (TFF) auf seiner offiziellen Homepage, dass die Ausländerbeschränkung im türkischen Fussball in den nächsten Jahren weiter verschärft werden solle. Nachdem in der abgelaufenen und der aktuellen Saison noch die 6+2+2 Regelung gilt (sechs Nicht-Türken sind gleichzeitig spielberechtigt, weitere vier dürfen entweder auf der Bank oder der Tribüne sitzen), wird die Regel auf die die Spielzeit 2014/2015 radikal verschärft: maximal fünf Ausländer dürfen auf dem Platz stehen, und nur noch weitere drei ausländische Spieler unter Vertrag stehen (5+3 Regel).

Durch dieses Umdenken sind die Vereine gezwungen, vermehrt Spieler mit türkischen Wurzeln zu verpflichtet. Ziel der neuen Auflagen ist laut dem TFF, dass die Talentförderung im türkischen Fussball angekurbelt werden soll. Betrachtet man die Vergangenheit der türkischen Nationalmannschaft (bereits zum dritten Mal in Folge verpassten die Türken die Qualifikation für eine WM-Endrunde), macht die neue Regelung durchaus Sinn.