Das Bauprojekt mit zwei Mehrfamilienhäusern im oberen Teil des Dorfes zwischen Hauptstrasse und Hintere Frenke wirft Fragen auf. Nicht die Gebäude, sondern deren geringe Abstände zu Strasse und Bach sind ungewöhnlich. Deshalb reiben sich Leute die Augen.

Ein sichtlich aufgebrachter Bubendörfer Einwohner schreibt der bz, nach seinem Dafürhalten würden da «alle üblichen Vorschriften ausser Kraft gesetzt» – insbesondere die Abstände zum Fliessgewässer sowie zu Strasse und Fussgängerwegen. Er vermutet, dass hier mit «fadenscheinigen Argumenten eine Baumöglichkeit geschaffen wurde, um damit eine Legalisierung herstellen zu können».

Enge Situation

Dagegen wehrt sich der kantonale Bauinspektor Andreas Weis. Er räumt ein, dass es eine enge Situation sei dort in Bubendorf. «Aber das Gebäude läuft exakt entlang der Strassenbaulinie und der Gewässerbaulinie.» In Dorfkernen sei es häufig so, dass ganz nahe an die Strasse herangebaut werden könne, erklärt Weis und bestätigt, dass das Bauinspektorat wegen dieses Projekts auch schon Anfragen registriert habe. Die Strassen- und Gewässerbaulinie im Bubendörfer Dorfkern datiert aus dem Jahr 1983, weiss der Bauinspektor.

Das Baugesuch war letztes Jahr bewilligt worden, noch bevor ein Urteil des Kantonsgerichts bezüglich Uferschutzzonen in Bauzonen rechtskräftig wurde. Nach jetzigem Recht könnte laut Bauinspektor Weis ein solcher Abstand der neuen Mehrfamilienhäuser in Bubendorf zur Hinteren Frenke wohl nur über eine Ausnahmebewilligung realisiert werden. Doch ein bereits bewilligtes Gesuch könne wegen einer nachträglich erfolgten Gesetzesänderung oder eines späteren Urteils nicht rückgängig gemacht werden.

Andreas Weis betont: «Dieses Bauvorhaben in Bubendorf ist von uns und weiteren Fachstellen genau geprüft und aufgrund der entsprechenden gesetzlichen Vorschriften bewilligt worden.» Sie dürften nichts genehmigen, das nicht gesetzesmässig sei. Es sei denn, es wäre ein schweres Versehen oder ein Irrtum im Prüfverfahren erfolgt. «Davon gehe ich aber nicht aus», sagt Weis. Die Gemeinde hatte das Gesuch auf Zonenkonformität nach kommunalen Richtlinien unter die Lupe genommen.

Das eine Gebäude verläuft eng entlang der Hauptstrasse, die jedoch eine Mindestbreite für die Durchfahrt von Schwerverkehr aufweist. Für den kantonalen Bauinspektor muss die Situation für Fussgänger ebenfalls sichergestellt sein. Denn dort fehlen derzeit beidseits der Strasse Trottoirs. «Es wird niemand gezwungen, auf der Fahrbahn zu gehen.» Gemäss den bewilligten Plänen wird es im Endausbau aber ein Trottoir oder einen Fussweg geben. Ein solcher besteht auf der anderen Bachseite.

Bauherrin wundert sich

Bauherrin der beiden Mehrfamilienhäuser in der 4400-Seelen-Gemeinde Bubendorf ist die B & L Baumanagement AG aus Spreitenbach. Die Firma kann nicht verstehen, weshalb erst jetzt Kritik an ihrem Neubauprojekt laut wird: «Das Baugesuch konnte jede Person einsehen, Einsprachen wären möglich gewesen.» Das Aargauer Generalunternehmen ist schweizweit tätig und hat auch schon im Baselbiet Vorhaben realisiert – in Liestal und Giebenach. An der Bubendörfer Hauptstrasse entstehen zwei Gebäude mit je fünf Mietwohnungen, eines verfügt zudem über Autounterstandplätze. Die Wohnungen sind noch nicht ausgeschrieben.

«Wir haben das fertige Projekt von einem anderen Architekten gekauft», lässt B & L Baumanagement verlauten. Sie seien via Immobilienmarkt darauf aufmerksam geworden. Einen Teil des Grundstücks besass zuvor eine Privatperson, den anderen Teil der Kanton Baselland. Zuerst musste das alte, bestehende Gebäude auf der gut 1200 Quadratmeter grossen Parzelle zurückgebaut werden.

Das Baugesuch wurde schon 2010 eingereicht. Gemäss der Baumanagement-Firma fehlten dem damaligen Bauherrn die finanziellen Mittel für den Neubau. Nun geht es aber vorwärts. Ab 1. Juli dieses Jahres sollen die ersten fünf Wohnungen bezugsbereit sein, drei Monate später die weiteren fünf Einheiten.