An gewöhnlichen Samstagabenden drehen nur das Tram und die Busse der Basler Verkehrsbetriebe Runden um den Allschwiler Dorfplatz. Selbst im Sommer ist das Zentrum des einstigen Bauerndorfs, das sich zur grössten Gemeinde des Baselbiets gemausert hat, nicht der Ort, wo man sich trifft. Allerhöchstens an der Tramendstation auf dem Sprung in die nahe Stadt.

Ganz anders der Samstagabend Anfang Dezember, an dem der Ängelimärt zum Flanieren zwischen Marktständen mit weihnächtlichem Angebot einlädt. Rund 120 Stände waren es diesmal, etwas weniger als im Vorjahr, und die Anmeldungen seien auch später als üblich eingegangen, berichtet Verena Steiger von Ib Dorf. Ib steht für «Ideen brünzle», und zu den Ideen, welche die Frauen-Crew umgesetzt haben, gehören die Walpurgisnacht, der Maibaum und eben der Ängelimärt. Zum 16. Mal brachte er Leben in den weihnächtlich beleuchteten Dorfkern rund um die grosse Tanne in der Tramschlaufe.

Nur das Tram hat Zugang

Seine Premiere hatte der Ängelimärt an einem Mittwochabend. Der Feierabendverkehr pulsierte um den Dorfplatz, und nicht nur die Organisatorinnen stellten sich vor, wie schön es wäre ohne Autos. Dieser Traum ist unterdessen zur Realität geworden. Nur das Tram hat noch Zugang, der Rest gehört dem Publikum. Und dieses strömte zahlreich nach Allschwil. Die meisten der 300 Hefeteig-Ängeli, welche die Organisatorinnen um Chef-Ängeli Verena Steiger an die Kinder verteilten, waren innert kürzester Zeit weg.

Viele Kinder kamen im Engelskostüm, manche vorsichtshalber mit Regenschutz. Dieser war am Samstagabend glücklicherweise weitgehend überflüssig: Der Wettergott hatte ein Einsehen und machte hauptsächlich mit ein paar Böen auf sich aufmerksam, den Regen schien er sich für den Klausenlauf am Sonntag aufgespart zu haben.

Keine Regenschirme also, die einem die Sicht versperrten und das Durchkommen erschwerten. Und zu sehen gab es vieles: Weihnachtsschmuck aus den verschiedensten Materialien, Schmuck, auf Holz gemalte Engel, Kerzenständer, Windlichter. Und nicht nur zu sehen: In die Glühweinschwaden mischte sich der Geruch nach Flammenkuchen, Pizza, Crêpes, Frikadellen, Würsten vom Grill. Für Lagerfeuerstimmung sorgte die Pfadi, und ein paar Meter weiter zeigte sich, dass sich Wein und Literatur gut vertragen. Und zu hören gab es die Klänge der Musikgesellschaft Concordia. Neben viel Herz war mit einzelnen Vertretern des lokalen Gewerbes und wenigen professionellen Marktfahrern auch etwas Kommerz vertreten.