Jetzt ist es definitiv: Bischof Felix Gmür nimmt an seinem Solothurner Bischofssitz Asylsuchende auf. Dies teilt auf Anfrage Bistumssprecher Hansruedi Huber mit. Geplant sind drei Wohnungen für Familien.

Bis zu zwölf Personen sollen im Schloss Steinbrugg eine Unterkunft finden, bevorzugt Familien. Bis es so weit ist, dauert es allerdings noch einige Wochen. In den Räumen befinden sich heute Büros, die gezügelt werden müssen.

Der Entscheid kam nun überraschend schnell. Am Dienstagmorgen haben Vertreter des Kantons und der Stadt Solothurn die Räume besichtigt und deren Eignung abgeklärt. Bischof Gmür entschied sich kurze Zeit später.

Bischof Felix Gmür öffnet seine Türen

Bischof öffnet seine Türen für Flüchtlinge

Das Interesse an den Asylsuchenden beim Bischof ist gross: Seit Bischof Gmür angekündigt hat, die Aufnahme von Flüchtlingen zu prüfen, erhält Bistumssprecher Huber täglich mehrere Medienanfragen, wie er auf Anfrage sagt. Felix Gmür ist der einzige Schweizer Bischof, der bis jetzt geprüft hat, Flüchtlinge aufzunehmen. Gmür hatte sich in den vergangenen Monaten wiederholt in die Flüchtlingsdiskussion eingemischt und die Verantwortung Europas angemahnt.

Bistumssprecher Huber warnt davor, das «Schloss Steinbrugg», in dem die Asylsuchenden wohnen werden, mit Prunk und Pracht gleichzusetzen. Zwar gibt es im «Schloss», einem der grosszügigsten Solothurner Patriziersitze, einige Repräsentationsräume. Die Büros im Verwaltungsteil des früheren Patriziersitzes würden sich aber nicht von gewöhnlichen, nüchternen Büros unterscheiden, so Huber.