Mit dem negativen Volksentscheid zum Universitätsspital Nordwest sei eine neue Ausgangslage entstanden, teilte die Baselbieter Regierung am Dienstag mit. Werner Widmer tritt per Ende Februar von seinem Amt zurück. Die Regierung bedaure den Entscheid.

Sein Rücktritt scheint für das KSBL und für ihn selber ein guter und richtiger Schritt zu sein, begründet Werner Widmer gemäss Mitteilung den Entscheid. Der 1953 geborene Ökonom war 2014 an die Spitze des Verwaltungsrats gewählt worden.

Ab März wird Madeleine Stöckli die laufenden Geschäfte des Verwaltungsrats des KSBL leiten. Die Regierung hat sie am Dienstag in die Funktion der Präsidentin ad interim gewählt. Stöckli werde den laufenden Strategieprozess zur Neuausrichtung des KSBL weiterführen. Die Pharmazeutin und Ökonomin ist seit 2016 Mitglied des Verwaltungsrats.

Noch sieben VR-Mitglieder

«Die Enttäuschung über die Ablehnung ist nach wie vor da, und sie ist extrem stark», sagt Widmer zur bz. In den Tagen nach der Abstimmung vom 10. Februar habe sich mit möglichen Alternativen zur Fusion auseinandergesetzt. Nach längerer Überlegung sei ihm jedoch klar geworden, dass eine ganz neue Situation entstanden sei.

«Ich will jetzt nicht einfach weitermachen, als ob nichts geschehen wäre. Es braucht frische Kräfte. Leute die unbefangen sind, jemand Unbeflecktes.» Er habe vier Jahre auf die Fusion hingearbeitet, habe sich für sie eingesetzt und werde immer mit ihr in Verbindung gebracht. Er sei weiterhin überzeugt, dass das Zusammengehen der beiden Kantonsspitäler die beste Lösung sei.

Neben Widmer scheidet des Weiteren Jacqueline Martin per sofort aus dem bislang neunköpfigen Verwaltungsrat aus. Die Leiterin des Ressorts Pflege des Universitätsspitals Basel (USB) hatte dem Gremium seit 2014 angehört.

Entscheid bis April

Die ordentliche Amtsdauer des KSBL-Verwaltungsrats dauert noch bis Ende Jahr. Ob bis zur ordentlichen Gesamterneuerungswahl weitere personelle Anpassungen erfolgen, will die Regierung bis spätestens April entschieden. Gemäss dem kantonalen Spitalgesetz muss der Verwaltungsrat aus sieben bis neun Mitgliedern bestehen.

Die Fusion des KSBL mit dem USB zur Universitätsspital Nordwest AG war am 10. Februar an der Urne gescheitert. Im Baselbiet wurde der Fusionsvertrag zwar mit 66,6 Prozent Ja-Stimmen angenommen, im Stadtkanton dagegen mit fast 56 Prozent Nein-Stimmenanteil klar verworfen. (sda/bwi)