Den Ausdruck Phelsuma haben die meisten Menschen noch niemals gehört. Auch Pyerre Toscano war die Bezeichnung bis vor drei Jahren unbekannt. Mittlerweile ist der Begriff aus dem Leben des 32-Jährigen nicht mehr wegzudenken. Er betreibt sogar eine Homepage, die den exotisch klingenden Namen trägt.

Immer wenn Pyerre Toscano in seiner Wohnung ins Untergeschoss geht, betritt er das Reich der Phelsumen. Der Laufner hält und züchtet mit viel Herzblut knallbunte Taggeckos. Die kleinen Echsen kommen in der Natur grösstenteils auf Inseln im Indischen Ozean vor. Die meisten leben auf Madagaskar, von wo aus sie sich auf andere Inseln ausgebreitet haben. Viele der in Terrarien im deutschsprachigen Raum lebenden Exemplare schlüpfen im Laufental aus dem Ei.

Arterhaltung als Ziel der Zucht

Gleich zu Beginn des Rundgangs durch seinen geräumigen Keller stellt Toscano klar: «Ich züchte die Tiere nicht, um damit etwas zu verdienen. Mir liegen die Geckos am Herzen.» Er wolle mit der Zucht vor allem zur Arterhaltung der tagaktiven Reptilien beitragen. Durch den Bau von grossen Hotelanlagen, durch Abholzung und durch eingeschleppte Tiere sind einige Taggecko-Arten in ihrem natürlichen Lebensraum bedroht. Meist gebe er die Geckos für einen geringen Betrag ab, der nicht mal reiche, um die Unkosten zu decken. Immer wieder kommen andere Halter zu ihm, um Jungtiere abzuholen. «Ich achte darauf, ob die Interessenten wissen, wie man die Tiere artgerecht hält.»

Pyerre Toscano weiss, wovon er spricht. Als er vor einigen Jahren gemeinsam mit seiner Freundin entschieden hat, sich Haustiere anzuschaffen, stiessen die beiden durch einen Arbeitskollegen auf die Phelsumen. «Sofort verliebten wir uns in das Aussehen der Taggeckos», sagt er. Die einzelnen Arten tragen die unterschiedlichsten Farben: grün mit Farbtupfern, blau und gelb – um nur einige zu nennen. Fasziniert von den Tieren, begann er, sich über die Haltung der Reptilien zu informieren. Er schloss sich einer Interessensgruppe aus Deutschland an und rief eine Webseite ins Leben, auf der er jeden an seiner Leidenschaft für die Geckos teilhaben lässt.

Richtet Terrarien selber ein

Im Keller in Laufen reiht sich Terrarium an Terrarium. Alle wurden von Toscano, der als Gärtner arbeitet, selber eingerichtet. «Ich versuche jeweils, die Natur so gut es geht nachzuahmen», erklärt er. Hinter den Glasscheiben erblickt man Bambusrohre, Äste und exotische Pflanzen. Im kleinen Raum nebenan bewahrt der schweizerisch-brasilianische Doppelbürger die Nahrung für die Geckos auf. Dreimal pro Woche füttert er die Tiere mit Heuschrecken, Stubenfliegen, Grillen, Joghurt, Früchten und Blütenpollen.

Manchmal stellt er sich aber auch einfach vor die Terrarien und schaut seinen Taggeckos zu. Es kommt vor, dass er sich dabei Gedanken über seine nächsten Ausflüge macht. Wenn es die Zeit zulässt, reist Pyerre Toscano in der Schweiz umher und geht auf die Suche nach Reptilien. «Kürzlich habe ich im Waadtland zum ersten Mal eine Äskulapnatter gesehen und fotografiert», sagt er. Das ungiftige Tier kann zwei Meter lang werden und ist eine der längsten Schlangen Europas.

Im nächsten Jahr steht die bisher grösste Reise des Laufners an. Er fliegt mit seiner Freundin nach Madagaskar, um Phelsumen in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten.

www.phelsumas.ch