Sascha Kuhn, warum interessiert sich ein junger Mensch wie Sie für die Gemeindepolitik?

Sascha Kuhn: Für politische Geschehnisse wurde ich unter anderem durch meine Eltern sensibilisiert. Aber auch in der Schule behandelten wir viele politische Themen, in meinem Freundeskreis wird ebenfalls viel über Politik diskutiert. Zudem habe ich meine Maturaarbeit zum Thema «Jugend in die Politik» geschrieben und mit Bestnote abgeschlossen. Umfragen und Interviews zu diesem Thema, aber auch der eigentliche Wahlkampf, waren Teile dieser Arbeit. Die Gemeindepolitik bietet für mich nun einen idealen Einstieg in die Politik.

Was wollen Sie in der Gemeindekommission erreichen?

In erster Linie muss ich mich nun als sehr junger Mensch – ich bin vielleicht sogar der jüngste je in der Schweiz in ein politisches Amt gewählte Bürger – einmal etablieren und in die verschiedenen Themenfelder und Dossiers einarbeiten. Im Vordergrund stehen aber eindeutig die Anliegen der Jugend, der Erhalt der Lebensqualität für Jung und Alt in Bottmingen und damit verbunden die Schaffung eines attraktiven Zentrums für alle Bottminger.

Die Kommission verpflichtet Sie für vier Jahre – für junge Menschen eine unglaublich lange Zeit. Oder ist das ein Klischee?

Für mich ist das kein Problem. Um gute und tragfähige Lösungen zu finden, braucht es Zeit. Ich war mir dessen bewusst und bin nun auch gerne bereit, mich entsprechend zu engagieren.

Sie haben sich auch schon an einer Gemeindeversammlung zu Wort gemeldet. Thema waren fehlende Räume für die Jugend. Was fehlt den Jungen in Bottmingen sonst?

Die Reaktion auf unsere Rede und unsere vorgetragenen Anliegen für die Jugend in Bottmingen war grosser Applaus mit ausserordentlich positivem und auch sehr persönlichem Feedback. Dies war der eigentliche Auslöser für die Kandidatur und erste Arbeiten für einen Jugendraum in Bottmingen. Ausserhalb der Vereine gibt es in Bottmingen kein spezifisches Angebot und auch keine Räume oder Plätze für die Jugend. Es gilt nun, im Rahmen der Zentrumsplanung für Jung und Alt Räume und Orte zu schaffen, an denen man sich treffen und austauschen kann.

Was sagen Freunde und Familie zu ihrem Hobby?

Für mich ist das kein Hobby, sondern bewusstes Engagement als junger Bürger. Die erste Reaktion aus meinem Umfeld war Verwunderung. Während und nach dem Wahlkampf habe ich dann von sehr Jung bis sehr Alt ausserordentlich positives Feedback erhalten. Das hat mich sehr gefreut und motiviert.

Eigentlich wollten Sie ja in den Gemeinderat gewählt werden. Ist dies weiterhin ihr Ziel – oder gleich Bundesrat?

Zuerst möchte ich mich nun in der Gemeindekommission bewähren und dann gegebenenfalls in vier Jahren noch einmal für den Gemeinderat kandidieren. Ich bin auch jederzeit offen für weitere politische Mandate.

Warum haben Sie sich eine freie Ortspartei ausgesucht? Für Sie, der eine Wirtschaftsmatur im Sack hat, würden sich die Jungfreisinnigen anbieten!

Die Jungparteien existieren in Bottmingen nicht. Die ÜWBo (Überparteiliche Wähler Bottmingen, Anm. d. R.) ist dann von sich aus auf mich zugekommen und hat mir angeboten, für die Gemeindekommission und den Gemeinderat zu kandidieren. Ich habe mit grosser Freude angenommen.

Das Interview wurde schriftlich geführt, weil Kuhn gerade auf Maturreise weilt.