Das Wetterglück scheinen die Veranstalter des Römerfests gepachtet zu haben. Wie viel göttlicher Beistand beziehungsweise die entsprechenden Opfergaben dabei eine Rolle spielen, darf getrost den Auguren überlassen bleiben. Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen von über 30 Grad sind am Samstag Tausende zum Römerfest nach Augsta Raurica gekommen, dem grössten wiederkehrenden Anlass dieser Art der Schweiz. Und auch an seiner 22. Austragung lassen der grosse Markt, das Legionärslager, die Gladiatorenarena, die zahlreichen Verpflegungsstände und die vielen anderen grossen und kleinen Vorführungsplätze keine Wünsche offen.

Unstillbare Neugier

Viele Festbesucher, grosse und kleine, sind schon seit Jahren Stammgäste und finden sich mühelos im Gewirr der über 70 Schausteller, Handwerker und Händler und den über 1000 Mitwirkenden zurecht. Beeindruckend ist immer wieder die absolut entspannte Festatmosphäre: Kein Wunsch nach Erklärung, Anfassen, Ausprobieren oder Mitmachen wird abgelehnt, es gibt keine falschen oder nervigen Fragen: Dabei scheint die Neugier der Neuzeitmenschen auf die Details des römischen Alltags geradezu unerschöpflich.

Unterdessen wird respektvoll der Marschkolonne der rund 100 Legionäre Platz gemacht, wenn sie sich durch die Menge den Weg bahnt, um beim Forumstempel die Weihezeremonie der XI. Legion zu Ehren von Kriegsgott Mars zu begehen. Laut Römerstadtleiter Dani Suter werden alle Gruppen, Darsteller, Teilnehmerinnen und Teilnehmer sorgfältig ausgewählt, wobei sich die Veranstalter solcher Römerfeste europaweit vernetzen und einen engen Erfahrungsaustausch pflegen.

Der einzige Lohn der Gladiatoren

Kurz danach liefern sich in der Arena die Kämpfer der Gladiatorenschule Amor Mortis intensive Zweikämpfe, während Lanista Leonidas, der Eigentümer der Gladiatoren, die dichten Publikumsreihen zum Applaudieren auffordert: "Denn der Applaus ist der einzige Lohn, den der Gladiator erhält." Mit einem fiesen Fusstritt besiegt Priapos den Africanus Pantherus, "den Liebling aller Frauen", wie Leonidas zum Besten gibt.

Von der Gladiatorenschule in die Arena: Africanus Pantherus und Priapos liefern sich einen erbitterten Kampf

Von der Gladiatorenschule in die Arena: Africanus Pantherus und Priapos liefern sich einen erbitterten Kampf

Legionäre, Gladiatoren, Handwerker, Tänzerinnen, sie alle zählen zum Stammpersonal des Römerfests. Aber es gibt wie jedes Jahr auch diesmal neue Angebote: Erstmals können am Fusse des Theaters Kinder für 5 Franken ihre eigenen Holzgaleeren basteln und diese auf der eigens aufgestellten Wasserlandschaft vom Stapel lassen.

Das Römerfest ist am Sonntag wieder von 10.00 bis 17.00 Uhr geöffnet, der Einlass erfolgt bereits ab 9.30 Uhr.