Schön gelegen auf der Höhe zwischen Wintersingen und Buus in einer wunderbaren Baselbieter Juralandschaft befindet sich der Hof Breitfeld. Für Ortsunkundige ist der Landwirtschaftsbetrieb nicht einfach zu finden. Von der direkten Strasse ab Wintersingen zweigen mehrere Wege nach links und rechts ab. Doch angekommen wird man freundlich begrüsst – von Beat Sprenger. Dieser führt den Hof seit 2009 in fünfter Generation. Der 39-Jährige ist nicht nur begnadeter Landwirt, sondern auch leidenschaftlicher Wettpflüger. Mitte Monat feierte er an den Weltmeisterschaften im kroatischen Biograd seinen bisher grössten Erfolg: Der Oberbaselbieter gewann Silber im Graslandpflügen.

Aller Anfang ist schwer

Als Lehrling vor gut 20 Jahren entdeckte Beat Sprenger das Wettpflügen. 1991 fanden die Baselbieter Titelkämpfe gleich neben seinem Hof auf dem Breitfeld statt. Die Organisatoren überredeten den jungen Bauer, doch teilzunehmen. «Ich landete im hinteren Drittel», erinnert sich Sprenger. Aber er hatte Spass. Vier Jahre später bestritt er seine ersten Schweizer Meisterschaften, an denen er sich ebenfalls «hinten» klassierte. Inzwischen ist der Meisterlandwirt mit Teilnahmen an fünf Welt-, vier Europameisterschaften und zahlreichen nationalen Titelkämpfen und Wettkämpfen sehr erfahren. «Die Routine spielt eine grosse Rolle», weiss der Wintersinger.

Ein etablierter Wettpflüger

Zu Beat Sprengers Stärken zählen sein technisches Können und die Geräte. Einen Pflug benutzt er nur für Wettbewerbe. Noch Steigerungspotenzial hat er laut eigener Aussage im Zurücklegen der ersten Furche – ein Knackpunkt. Denn diese erste Furche ist entscheidend für den späteren Erfolg oder Misserfolg. «Ist die erste Furche krumm, hat man am Schluss ein Problem», erklärt Sprenger. Er hatte an den WM in Kroatien aber gute Nerven und pflügte präzis: Vizeweltmeister im Graslandpflügen, Achter im Stoppelpflügen und Fünfter im Gesamtklassement. Dafür investierte Beat Sprenger, seit 2009 an Schweizer Meisterschaften ungeschlagen, viel Zeit. Ab August trainierte er 10 bis 15 Stunden pro Woche. Für die WM tat er sich mit Toni Stadelmann zusammen. Der Roggenburger qualifizierte sich ebenfalls für diesen Grossanlass. Die beiden verluden ihre Traktoren und Pflüge für den Hin- und Rücktransport in einen Sattelschlepper, was insgesamt rund 5000 Franken kostete. Für den zehntägigen Aufenthalt in Kroatien konnte das Duo auf die Unterstützung des Schweizer Verbandes zählen.

Für die Weltmeisterschaften 2013 muss der Wintersinger Landwirt passen. Sie werden im Juli in der Nähe von Calgary in Kanada durchgeführt. «Im Juli ist bei uns Hochbetrieb, dann kann ich nicht so lange weg sein», verweist Beat Sprenger auf den ungünstigen Zeitpunkt.

Oberturner und Schlagzeuger

Neben seinem anstrengenden und zeitintensiven Beruf sowie dem Wettpflügen hat Sprenger gar noch Freiraum für weitere Hobbys. Er ist Oberturner des Turnvereins Wintersingen und als Schlagzeuger aktiver Fasnächtler bei der einheimischen Guggemusig «Räbäschränzer». Letzte Woche wurde ihm auf dem Gemeindeplatz ein würdiger Empfang bereitet. Auf eine mögliche Teilnahme an der Fernsehsendung «Bauer, ledig, sucht...» oder als eventueller Kandidat für den Bauernkalender winkt Beat Sprenger ab und lacht: «Dafür bin ich zu wenig speziell.» Lieber Wettpflügen.

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