Mit der Erneuerung der Waldenburgerbahn (WB) verliert Hölstein eine Haltestelle: Hölstein Süd und Weidbächli fallen weg, dafür wird neu die Station Unterfeld gebaut. Diese kommt zwischen die jetzigen beiden Haltestellen zu stehen und wird mit einer Kreuzungsstelle versehen. Dadurch gewinnen die WB-Züge Fahrzeit und ermöglichen künftig bessere Anschlüsse in Liestal. «Wir bauen für die Zukunft. Wir müssen die Infrastruktur für die nächsten 40 Jahre gewährleisten und nicht bloss für die kommenden zehn Jahre», betonte Fredi Schödler an einem Infoanlass in der stark besetzten Hölsteiner Rübmatthalle am Montagabend.

Der stellvertretende Direktor sowie Leiter Betrieb und Technik der Baselland Transport AG (BLT) ging auch auf die Petition ein, die den Erhalt der Haltestelle Weidbächli gefordert hatte. Die Bittschrift mit 300 Unterschriften ging Ende Januar beim Gemeinderat ein. Schödler erklärte, dass die Zusammenlegung der beiden Haltestellen zwingend sei für ein stabiles Betriebskonzept.

Die BLT suchte das Gespräch mit den Petenten und dem Hölsteiner Gemeinderat. Die Parteien heckten als begleitende Massnahme ein Fusswegkonzept aus. Dieses hat zum Ziel, die durch den Wegfall einer Haltestelle benachteiligten Dorfquartiere besser an die neue Station Unterfeld anzubinden. Damit konnte den Petenten offenbar den Wind aus den Segeln genommen werden. Diesbezüglich blieben am Montag kritische Stimmen aus.

Schwierige Verhandlungen

Die Kreuzungsstelle bei der Station Hölstein wird mit dem neuen Betriebskonzept überflüssig. «Durch Projektoptimierung kann ein Gebäude stehen bleiben und muss nicht abgebrochen werden», erklärte Projektleiter Peter Baumann. Dennoch benötigt das Trassee wegen des breiteren Lichtraumprofils des Rollmaterials mehr Platz – auf geraden Teilstücken einen halben Meter, bei gewissen Radien bis gut 80 Zentimeter. Der Landerwerb müsse mit Anstössern noch bereinigt werden, ergänzte Baumann. Solche Verhandlungen dürften nicht überall reibungslos verlaufen. Zwischen der Station Lampenberg-Ramlinsburg und dem Dorfeingang Hölstein wird auf Doppelspur ausgebaut.

Das Trassee kommt teils genau dort zu liegen, wo derzeit die Vordere Frenke durchfliesst. Deshalb wird das Bachbett verlegt und revitalisiert. Auf diesem Abschnitt werden zudem drei verschiedene Stufen von Grundwasserschutzzonen ausgeschieden. Gebaut wird bereits ab 22. Mai dieses Jahres. Als erste Massnahme im Rahmen des Grossprojekts WB-Neubau wird die Haltestelle Talhaus bei Bubendorf umgebaut. Zur provisorischen Inbetriebnahme nächsten Herbst bleibt die Spurbreite bei 75 Zentimetern, denn die Umspurung der ganzen Strecke zwischen Liestal und Waldenburg auf einen Meter erfolgt erst im Jahr 2022.

Für die Erneuerung der Waldenburgerbahn werden insgesamt 250 Millionen Franken in die Infrastruktur und weitere 60 Millionen ins Rollmaterial investiert. Die Kosten gehen zulasten des Bahninfrastrukturfonds.