Im Allschwiler Einwohnerrat gibt es seit Mittwochabend zwei Gruppierungen mit SVP im Namen. Neben der ordentlichen SVP-Fraktion wird nun neu auch eine Fraktion mit der Bezeichnung «Parteilose für die SVP» aufgeführt. 

Die neu sechste Fraktion im Orts-Parlament hat drei Einwohnerräte. Es sind Pascale Uccella, Ursula Krieger und René Imhof als Präsident. Krieger und Imhof folgten Uccella. Sie war vergangene Woche aus der SVP-Sektion Allschwil-Schönenbuch ausgeschlossen worden, gemeinsam mit Roman Klauser, ihrem Vater. Mit Uccella und Klauer verliert die Ortssektion der SVP ihre beiden Vertretungen im Landrat und ihren einzigen Gemeinderat. 

«Dieser Name ist paradox»

Den «Parteilosen für die SVP» stehen in den Kommissionen eigene Vertreter zu, darum stellte die neue Fraktion an der Sitzung des Einwohnerrats am Mittwochabend Antrag auf Ersatzwahlen. Pascale Uccella und René Imhof wurden in stiller Wahl bestätigt. Sie behalten also ihre bisherigen Sitze, die sie schon für die ursprüngliche SVP-Fraktion eingenommen hatten.

Die Zukunft von Uccella und Klauser im Baselbieter Kantonsparlament ist dagegen noch unklar. Die Mitglieder der SVP-Landrats-Fraktion könnten bereits am Donnerstagmorgen über einen Ausschluss der beiden Neo-Parteilosen abstimmen. Für ein gültiges Resultat müssen vier Fünftel der Fraktionsmitglieder anwesend sein, für einen Ausschluss wäre das Zwei-Drittel-Mehr notwendig.

In Allschwil stiess die neue Gruppierung nur bei den ehemaligen Weggenossen auf Widerstand. SVP-Vertreter stimmten gegen eine Änderung der Traktandenliste, die notwendig war für die Durchführung der Ersatzwahlen. Deren Prozedere gestaltete sich etwas chaotisch. Derartige Neugründungen kommen sehr selten vor, die Abläufe sind nicht eingespielt.

Die etwas gewöhnungsbedürftige Bezeichnung der Fraktion verursachte bei einigen Einwohnerräten Stirnrunzeln, etwa bei Grünen-Vertreter Ueli Keller. Er sagte, der Name der «neuen» SVP sei paradox. «Man kann nicht parteilos und gleichzeitig für eine Partei sein, das geht nicht». Er gab auch seine Bedenken kund, dass ein innerparteilicher Konflikt die Stimmung und Arbeit im Einwohnerrat negativ beeinträchtigen könnte.