Die wichtigsten Zahlen des Geschäftsjahrs 2018 zeigen im Vergleich zum Vorjahr nach oben. Obwohl ihr Umsatz nur um 1,3 Prozent auf 221,8 Millionen Franken zunahm, setzte die EBL 4,6 Prozent mehr Strom ab. Zwar registrierte die Genossenschaft mit Sitz in Liestal in den Sparten Stromvertrieb, Stromproduktion und Telekommunikation Umsatzrückgänge, was jedoch die Bereiche Netz und Wärme mehr als nur kompensierten. Mit Stromvertrieb (32 %) und Netz (29 %) wurden drei Fünftel des gesamten Umsatzes generiert.

Solide Finanzen

Die EBL fuhr mit 21,3 Millionen Franken Gewinn eines der besten Resultate ihrer 120-jährigen Geschichte ein, fast 30 Prozent mehr als 2017. Dazu beigetragen haben ein geringerer Personalaufwand (- 1,5 %) und 1,6 Millionen Franken weniger an Sachkosten. Dank des guten Ergebnisses konnten die Schulden um 27 Millionen Franken abgebaut werden, was den Zinsaufwand reduzierte.

Finanzchef Alain Jourdan wies auf den «intensiven Wettbewerb» hin, auch in der Telekommunikation, in welchem sich die EBL bewegt. Angesichts dessen dürfen sich die Zahlen mehr als nur sehen lassen. «Wir nutzen und suchen Chancen für ein nachhaltiges Wachstum und bleiben eigenständig», betonte Tobias Andrist. Zur bevorstehenden Strommarköffnung meinte der EBL-Chef, der seit gut neun Monaten im Amt ist: «Wir haben in Deutschland Erfahrungen gemacht, die wir nun in der Schweiz nutzen wollen.» Andrist kündigte an, dass das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren 300 Millionen Franken in die diversen Sparten investieren wird.

Für die EBL ist die Versorgungssicherheit ein entscheidender Faktor. Mit 9,73 Minuten Stromunterbruch pro Kunde steht sie gut da; der nationale Durchschnitt liegt bei 20 Minuten. «Je besser wir unseren Job machen, desto weniger sind wir im Gespräch», konstatierte Andrist. Dieser lobt die EBL-Netzequipe als «sehr engagiert» und will deren Arbeit stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken.

Ein Höhepunkt im vergangenen Jahr war das «Experiment Anwil». Die Bevölkerung des Bauerndorfs an der östlichen Kantonsgrenze fuhr während einer Woche mit E-Fahrzeugen. Dabei wurden 27'500 Kilometer zurückgelegt und 3,8 Tonnen CO2 eingespart. Das Experiment habe sich gelohnt, sei aber ein «riesen Aufwand» gewesen, resümierte Tobias Andrist gestern.

Hub für Elektromobile

Ein grosses Projekt für E-Mobility plant die EBL in Pratteln an der Autobahn. Für den Hub sind 280 Ladestationen vorgesehen. Andrist möchte, dass dort verschiedene Anbieter von Elektrofahrzeugen ihre Modelle präsentieren, damit sich Interessierte an einem Ort über das Angebot informieren können. Das sei jedoch schwierig, weil Eigeninteressen mitspielten.

Bei der Energieschiene Ergolztal von Pratteln bis Gelterkinden steht die Realisierung der ersten Phase in Liestal bevor. Dafür hat die EBL die alte Wärmezentrale der Zentralwäscherei erworben. Die Investitionssumme für diesen Grosswärmeverbund beläuft sich auf 350 Millionen Franken. Die Liestaler Genossenschaft ist auch am Geothermie-Projekt in Haute-Sorne im Kanton Jura beteiligt.