«Wir haben massive Platzprobleme», klagt Silvan Gorrengourt. Deshalb macht er sich im Prokomitee für den Neubau der Sportanlage Toggessenmatten stark, der am Sonntag in Ettingen zur Abstimmung steht. Als stellvertretender Juniorenobmann des FC Ettingen weiss er, wovon er spricht. «Wir müssen Wartelisten führen, weil wir einfach keinen Platz haben, weitere Gruppen zu gründen. Und das geht auch anderen so. Der Badminton-Club etwa gibt jährlich Tausende von Franken für Trainingsmöglichkeiten in anderen Gemeinden aus, und der Jugendsport vom TV Ettingen muss teilweise in der Aula trainieren.» Weil die Fussballfelder in der neuen Sportanlage fast das ganze Jahr über bespielbar wären, so Gorrengourt, könne die Hallenbelegung durch den FC während des ganzen Winters massiv reduziert werden, wodurch Platz für andere Vereine entsteht.

Solche Argumente haben die Ettinger bereits einmal überzeugt, 4,5 Millionen für die Sportanlage Toggessenmatten zu sprechen. An der Gemeindeversammlung mit rekordverdächtiger Teilnehmerzahl im März genehmigten die Ettinger mit 202 Ja- zu 113 Nein-Stimmen bei 24 Enthaltungen den Kredit.

Indes wurde dagegen das Referendum ergriffen. Deshalb fällt die Entscheidung nun diesen Sonntag an der Urne. Die Gegner der Vorlage führen unter anderem ins Feld, dass sie sich eine ausgewogene Verschuldung der Gemeinde wünschen. Sie fürchten, dass wegen der Sportanlage vielleicht mit anderen für sie wichtigeren Projekte wie etwa dem neuen Werkhof zugewartet werden müsse. Diese Befürchtungen möchte Gemeindepräsidentin Sibylle Haussener zerstreuen: «Die Sportanlage ist finanziell tragbar und steht mit den anderen Projekten nicht im Konflikt.»

Ein weiteres Argument der Gegner ist, dass die neue Anlage vor allem auf die Bedürfnisse des FCE zugeschnitten sei. Dem widerspricht Haussener: «Die Bedürfnisse verschiedenster Vereine sind in die Planung eingeflossen.» Auch Gorrengourt hält fest: «In Anbetracht des zur Verfügung stehenden Platzes und Gelds wurde das Beste herausgeholt. Das bringt allen Vereinen etwas, besonders wenn man bedenkt, dass in Ettingen Lebensraum für 800 weitere Einwohner entstehen soll, deren Kinder sicher auch in unseren Vereinen Sport treiben möchten.»